Christmesse in schlichter Bescheidenheit

Eindrucksvolle Feier auf dem Dorfplatz
Vom Altar vor dem Kirchenportal aus verkündete Pfarrer Ludwig Samereier das Weihnachtsevangelium und zelebrierte die Christmette. Dabei wirkte auch der "Untererlbacher Zwoagsang" mit. −Foto: Hochhäusl
Vom Altar vor dem Kirchenportal aus verkündete Pfarrer Ludwig Samereier das Weihnachtsevangelium und zelebrierte die Christmette. Dabei wirkte auch der "Untererlbacher Zwoagsang" mit. −Foto: Hochhäusl

Erlbach. "Dies war wegen ihrer Schlichtheit und trotzdem großer Ausdruckskraft die wohl schönste Christmette, die wir je erlebt hatten", war der Kommentar mancher Besucher, die auch vorschlugen, dies im nächsten Jahr zu wiederholen.

Die Christmette wurde am Heiligen Abend von Bischöflich Geistlichem Rat Ludwig Samereier vor dem Kirchenportal zelebriert. Die zahlreichen Besucher hatten sich auf dem Dorfplatz eingefunden, um die vom Erlbacher Männerchor, dem Untererlbacher Zwoagsang und einem Bläserduo musikalisch gestaltete Mette zu feiern. Dabei wurden auch die Herbergssuche, die Hirten am Lagerfeuer und der Stall von Bethlehem szenisch dargestellt.

Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung haben nach einer Möglichkeit gesucht, um möglichst vielen Leuten die Teilnahme an der Christmette zu ermöglichen. Dafür schien ihnen der Dorfplatz geeignet, da sich hier genügend Teilnehmer einfinden und trotzdem die Abstände eingehalten werden können.

Kurz vor Beginn der Christmette begrüßte ein Bläserduo die Gottesdienstteilnehmer, die sich an den markierten Stellen auf dem Platz eingefunden hatten. Nach einer kurzen Einführung begab sich das "Heilige Paar" auf die Herbergssuche, wobei es an mehreren Türen vergeblich um Einlass begehrte. Die Lieder der Herbergssuche wurden vom Untererlbacher Zwoagsang vorgetragen. Zwischen den einzelnen Strophen erinnerte der Lektor an die Herbergssuche in der heutigen Zeit, wo Tausende Menschen auf der Flucht sind vor Krieg, Terror und Hungersnöten. Menschenunwürdig seien in der Gegenwart die Zustände auf den Flüchtlingsbooten im Mittelmeer und in den Flüchtlingslagern. Eine Herberge sei ein Ort zum Wohlfühlen, doch diese sei immer noch zu vielen Menschen verwehrt.

In einer liebevoll hergestellten Bretterhütte fand dann das "Heilige Paar" eine Zufluchtsstätte, in die sich auch die Hirten begaben, nachdem sie an ihrem Lagerfeuer den "Lichtschein beim Jackl seinem Haus" gesehen hatten, wie es im Gedicht beschrieben wurde.

Nach dieser stimmungsvollen Einführung verkündete Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier vom Altar, der vor dem Kirchenportal aufgebaut war, das Weihnachtsevangelium. In seiner Predigt ging er auf die Umstände der Geburt Christi ein. Auch die Bedeutung des Friedenslichtes aus Bethlehem stellte er heraus. Dieses Friedenslicht, das eine österreichische Feuerwehrdelegation alljährlich in Bethlehem abholt, wurde von der Erlbacher Feuerwehrjugend in Burghausen in Empfang genommen. Dieses Licht konnten sich die Mettenbesucher in eigenen Laternen mit nach Hause nehmen.

Der Erlbacher Männerchor umrahmte diesen feierlichen Gottesdienst mit Liedern und dem Andachtsjodler zur Heiligen Wandlung. Zum Abschluss sang der Untererlbacher Zwoagsang die "Stille Nacht" in der Urfassung, nur von der Gitarre begleitet. Mit weiteren Weisen des Bläserduos fand die Christmette ihr Ende. − hok

 

(ANA vom 28.12.2020)