Tagespflege öffnet ihre Pforten

Maximal zwölf Menschen finden in der Einrichtung der Jakob Friedrich Bussereau-Stiftung Platz
Architektin Susanne Stockerer (von links), Bussereau-Vorstandsmitglied Christa Lichtenegger und Marianne Unterstraßer zusammen mit Pfarrer Ludwig Samereier, Bürgermeister Alfred Stockner und Geschäftsbereichsleiter Georg Sigl-Lehner vor der neu eröffneten Tagespflege.
Architektin Susanne Stockerer (von links), Bussereau-Vorstandsmitglied Christa Lichtenegger und Marianne Unterstraßer zusammen mit Pfarrer Ludwig Samereier, Bürgermeister Alfred Stockner und Geschäftsbereichsleiter Georg Sigl-Lehner vor der neu eröffneten Tagespflege.

Reischach. Mit der Eröffnung der Ambulanten Tagespflege ist ein langgehegter Wunsch der Gemeinde in Erfüllung gegangen: Am Dienstag hatten sich Vertreter der Gemeinde, der Jakob Friedrich Bussereau-Stifung, als Betreiber der Einrichtung, sowie eine Handvoll weiterer Gäste, aber auch erste Gäste der neuen Tagespflege, zu einer Feierstunde nach Corona-Vorgaben vor der Pflegeeinrichtung im "alten" Vereinsheim in der Aushofener Straße eingefunden.

Mit 370 000 Euro sei der Gemeindesäckel für den kompletten Um- und Ausbau des früheren Schulgebäudes belastet worden, sagte Bürgermeister Alfred Stockner. Wenn man das Ergebnis sehe, sei jeder Euro gut angelegt worden. Die Tagespflege mit ihren maximal zwölf Pflegeplätzen betrachte er als wertvollen Baustein "im Bestreben unserer Gesellschaft, so lange wie möglich im vertrauten Umfeld seinen Lebensabend verbringen zu können". Die Einrichtung vor Ort ermögliche kurze Fahrzeiten und biete den pflegenden Angehörigen eine Unterstützung. Nicht zuletzt sei es ein Ort der Abwechslung und auch der sozialen Kontakte für die Senioren untereinander. "Dass wir als Gemeinde hierzu unseren Teil beigetragen haben, macht froh und stolz", so Stockner.

Im Beisein von Leiterin Evi Hummelsperger (links) und Bürgermeister Alfred Stockner besprengt Pfarrer Ludwig Samereier die neuen Räume mit Weihwasser. −Fotos: Buchberger
Im Beisein von Leiterin Evi Hummelsperger (links) und Bürgermeister Alfred Stockner besprengt Pfarrer Ludwig Samereier die neuen Räume mit Weihwasser. −Fotos: Buchberger

Es sei gelungen, das historische Gebäude einer sinnvollen Nutzung von Jung und Alt zuzuführen und für die Zukunft zu sichern.

 

Das Gemeindeoberhaupt erinnerte an den langen Weg und die vielen Gespräche bis zur Ermöglichung der Einrichtung, die schließlich im Dezember 2017 zur Vertragsunterzeichnung über das Mietverhältnis führten. Stockner dankte der ehemaligen Leiterin der Ambulanten Krankenpflege, Marianne Unterstraßer. Sie habe die Idee einer ambulanten Tagespflege vom ersten Moment an unterstützt.

Dank und Lob durch Stockner gab es auch für die Töginger Planerin Susanne Stockerer für das "sehr schön und heimelig" gewordene Werk. Der Tagespflege-Leiterin Evi Hummelsperger wünschte er einen guten Start in den neuen Räumen und übergab ihr neben einem symbolischen Schlüssel auch ein "blumiges" Eröffnungsgeschenk.

Georg Sigl-Lehner als Geschäftsbereichsleiter für Altenhilfeeinrichtungen der Bussereau-Stiftung dankte der Gemeinde für die konstruktive Zusammenarbeit und nannte die neu geschaffene Reischacher Einrichtung einen vollen Erfolg und einen wichtigen Grundstein für die Menschen, die diese Versorgung brauchten. Es sei aber auch eine Erfolgsgeschichte für die Gemeinde in ihrem Auftrag, für alle Generationen eine Basis zu schaffen, am Ort bleiben zu können.

Mit dem bestehenden Ambulanten Pflegedienst und der jetzt neuen Tagespflege sei in Reischach diese Basisversorgung gelungen, sagte er. Darüber hinaus, so Sigl-Lehner, könne er sich gut vorstellen, dass am Ort diesbezüglich noch weiter was wachse. Eigentlich stelle er es sich genauso vor: Die Menschen sollten in ihrer bekannten Umgebung versorgt werden und ihren ganzen Lebensboden letztendlich dort verleben können, wo sie gebraucht würden und wo sie auch leben wollten.

Trotz aller im Vorfeld aufgetretenen Holprigkeiten bei der staatlichen Förderung sei die Reischacher Einrichtung die allererste dieser Art in Bayern gewesen, die die neue Förderung des Freistaates nach der Förderrichtlinie "Pflege im sozialen Nahraum –PflegesoNah" bekommen habe, so Sigl-Lehner. Gleich am ersten Tag, an dem nach dem Kabinettsbeschluss der Förderantrag gestellt werden konnte, habe man die Unterlagen zusammengehabt und den Antrag gestellt. Dies werde die Gemeindebürger in der Tagespflege die nächsten 20 Jahre finanziell entlasten, sagte er.

Gottes Segen für die neu geschaffenen Räume im Erdgeschoss, die Mitarbeiter, die zu Pflegenden und Besucher erbat Pfarrer Ludwig Samereier. Mit der Einrichtung der Tagespflege sei etwas Großes für Reischach und die Umgebung geschehen, sagte er. Mit der Einweihung habe er gerade in der schwierigen Pandemie-Zeit, in der man sich nach "Highlights" sehne, ganz Erhabenes erleben dürfen.

Ein "Grüßgott" an die neuen Mitbenutzer des Hauses im Erdgeschoss sprach auch Musikvereins-Vorstand Martin Hofbauer aus. Die Musiker hatten bereits im Mai vorigen Jahres das Obergeschoss des Gebäudes bezogen (der Anzeiger berichtete). Der Verein freue sich über den Einzug der Senioren und hoffe ein jahrzehntelanges gutes Verhältnis.

Hofbauer und vier Mitstreiter sorgten schließlich mit ihren Blasinstrumenten auch für die musikalische Umrahmung der Einstandsfeier. − mbuDie neue Leiterin Die examinierte Altenpflegerin Evi Hummelsperger stammt aus Mitterskirchen, ist 54 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Ab 2017 arbeitete sie im St. Klara-Heim in Altötting und wechselte nach der Eröffnung der Tagespflege zwei nach Neuötting in das Paulus-Stift, das ebenfalls zur Jakob Friedrich Bussereau-Stiftung gehört. Von 2018 bis 2019 absolvierte Hummelsperger in Pfarrkirchen die Weiterbildung zur Leitungskraft. Seit 15. September hat sie die Leitung der Ambulanten Tagespflege in Reischach inne. Evi Hummelsperger liebt die Musik und ist als aktive Sängerin Mitglied des Chores Miriam Mitterskirchen. In ihrer Freizeit geht sie gern in den Wald zum Schwammerlsuchen, macht aber auch mit Begeisterung Gesellschafts- und Kartenspiele. Sie freue sich schon sehr auf ihre neue Aufgabe und ihr Team, sagt sie. Gemeinsam wollen sie den ihnen anvertrauten Senioren in den neuen Räumen bestmögliche Pflege angedeihen lassen. − mbu

 

(ANA vom 17.09.2020)