Junge Radler erkunden das Holzland

Mehr als 100 Teilnehmer bei Schnitzeljagd mit vielen interessanten Stationen
In der Kirche St. Florian und St. Nikolaus in Birnbach sind hier einige Teilnehmer der Radl-Schnitzeljagd zu sehen.
In der Kirche St. Florian und St. Nikolaus in Birnbach sind hier einige Teilnehmer der Radl-Schnitzeljagd zu sehen.

Reischach/Erlbach. In Zusammenarbeit mit dem Kirchlichen Jugendbüro Altötting und den Landjugendgruppen von Reischach und Erlbach hatte der Pfarrgemeinderat der beiden Pfarreien im Rahmen des Ferienprogrammes zu einer Fahrrad-Schnitzeljagd eingeladen. Diese Rundfahrt fand vom 24. bis zum 30. August statt und verzeichnete mit über 100 Teilnehmern, darunter viele Firmanwärtern, eine Rekordbeteiligung.

Auf meist unbekannten Wegen galt es, Naturdenkmäler, Aussichtspunkte, Kapellen oder sonstige Kultstätten zu finden und zu erkunden. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, in Reischach oder Erlbach diese interessante Rundfahrt zu starten.

 

Beginnend vor dem Dorfbrunnen in Erlbach ging es über eine Kiesstraße zum Naturdenkmal "Vilsecker Linde". Unter deren gewaltigen Baumkrone finden oftmals Maiandachten statt und Millionen von Bienen finden in der Blütezeit reichlich Nahrung. Auf den angebrachten Tafeln erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die jeweilige Stätte und eine Wegbeschreibung bis zur nächsten Station. Der weitere Weg führte zur "Mooser-Kapelle" bei Öging, dann ging es auf der Kiesstraße weiter zur Leonhardikirche nach Steinhausen, wo alljährlich der Pferdeumritt stattfindet. Bemerkenswert ist hier, dass eine lange Kette die Kirche umspannt. Dann ging es weiter ein Stück entlang des "Jakobsweges".
Auf einer steilen Abfahrt nach Moosgrub war höchste Konzentration gefragt, die Strecke führte weiter über Maierhof nach Fuchshub, wo auf dem Radweg Reischach angesteuert wurde.

Viele Arme waren nötig, der Stamm der "Vilsecker Linde" mit über fünf Metern Umfang umfasst werden konnte.
Viele Arme waren nötig, der Stamm der "Vilsecker Linde" mit über fünf Metern Umfang umfasst werden konnte.

Gleich nach dem Ortsanfang ging es in den "Josef-Straubinger-Weg", wo die Reischacher Teilnehmer ihre Tour beginnen konnten. Auf dem steilen Kiesweg durch den Wald, vorbei am Reischacher Wasserhaus, verließen viele die Kräfte und sie schoben ihr Fahrrad den Berg hinauf. In Haunberg war die nächste Station, hier konnten die Kinder in einem gut beschrifteten Staudengarten viel über diese Gewächse erfahren.

Eine alte Wallfahrtsstätte wird hier besichtigt: Das so genannte "Kroahäusl". −Fotos: Huber/Hözlwimmer/Hochhäusl
Eine alte Wallfahrtsstätte wird hier besichtigt: Das so genannte "Kroahäusl". −Fotos: Huber/Hözlwimmer/Hochhäusl

Bis zur nächsten Station musste die Kreisstraße AÖ 11 bis Haitzing befahren werden. Dort konnten die Radler die Aussicht auf das Alpenpanorama genießen, ehe es durch den Wald nach Hautzing und weiter bis zur Eisenbucher-Kreuzung ging. Hier zweigte der Weg ab zur idyllisch gelegenen Ortschaft Birnbach mit der Nebenkirche "St. Nikolaus und St. Florian", deren Turm mit einem markanten Volutengiebel gekrönt ist. Auf dem Weg dorthin passierten sie ein weiteres Naturdenkmal, ebenfalls eine Linde mit einem Wegkreuz darunter. In dieser Talsenke ist auch die gerade in der Corona-Zeit viel besuchte Wallfahrtskapelle, das so genannte "Kroahäusl" mit einem Heilbrünnlein. Die meisten Teilnehmer schrieben sich auch in das Buch in der Wallfahrtskapelle ein, deren 400-jähriges Bestehen vor einigen Jahren gefeiert werden konnte. Viele Votivtafeln im Inneren der Kapelle zeugen von Heilung und Hilfe in Not.

Der folgende Anstieg auf dem Feld- und Wiesenweg zum "Hofer-Bauern" kostete wiederum viel Schweiß, ehe die Teerstraße Richtung Erlbach erreicht wurde. Auf dieser ging es bis zur "Petzenthaler-Kreuzung" dann weiter in Richtung Eisenbuch. Am Ende des Waldes führte rechts ein Waldweg zum Erlbacher Pestfriedhof, den viele Teilnehmer nicht kannten. Auf der Tafel, die an dem großen Kreuz angebracht ist, konnten die Radler noch viele Namen der an dieser Seuche Verstorbenen lesen. Zu deren Gedenken formten sie aus Naturmaterialien wie Holz und Tannenzapfen Kreuze, Herzen und Engelsfiguren.

Die Erlbacher Teilnehmer hatten nun das Ziel schon vor Augen: Hier bietet sich ein herrlicher Ausblick aufs Dorf. Zwischen Feldern hindurch wurde auf einem Grasweg der Dorfplatz angesteuert, wo sich die Erlbacher von der rund 15 Kilometer langen Tour erholen konnten. Die Reischacher allerdings mussten die restliche Strecke noch zurücklegen, die die Erlbacher im Vorfeld bereits absolviert hatten. Als Belohnung für die Mühen durften sich die Teilnehmer in der jeweiligen Kirche noch ein Geschenk abholen.

Die Kinder, die zum Teil von den Eltern begleitet wurden, zeigten sich begeistert von der Rundfahrt und wünschen eine Wiederholung im nächsten Jahr. − hok

 

(ANA vom 3.9.2020)