Neuer Glanz für alten Altar

Sanierungsarbeiten in der Filialkirche St. Stephanus in Ecking bei Arbing

von Renate Heinrich

Der Restaurator Reinhard Wimmer nimmt eine Heiligenfigur am Altar unter die Lupe.  − Foto: Heinrich

Arbing. In Sichtweite zur Pfarrkirche in Arbing findet sich, inmitten einiger Bauernhöfe, die erstaunlich großzügige Filialkirche St. Stephanus in Ecking. Dank der Fürsorge der Pfarrei und der Aufmerksamkeit der Nachbarn macht die Kirche einen sehr gepflegten Eindruck. Auch im Inneren sind die Wände hell und kaum verrußt.

Man könnte meinen, die Zeit wäre an der gut 500 Jahre alten Kirche spurlos vorüber gegangen. Das Bild trügt aber, wenn man die Altäre näher in Augenschein nimmt. Drei Altäre weist St. Stephanus auf: den Hochaltar und den linken Seitenaltar St. Anna, die ursprünglich aus der Pfarrkirche in Haag stammten und erst 1902/03 nach Ecking kamen. Der rechte Seitenaltar hingegen kam aus Wurmannsquick, aus der Werkstätte Zattler.

Von höchster kunstgeschichtlicher Bedeutung sind die drei spätmittelalterlichen Figuren des Hochaltares, die noch vom ursprünglichen Altar stammen und in den Haager Altar eingearbeitet wurden. Es sind die Mondsichelmadonna und die Heiligen Stephan und Bischof Rupert. Besondere Zuwendung aber hat der Annenaltar nötig, der sich in schlechter Verfassung befindet. Viele Ornamente sind abgebrochen, die Farbfassung steht in großen Schollen auf, die Vergoldung hat zahlreiche Schäden. Zudem wurden 1947, also in einer wirtschaftlich äußerst schlechten Zeit, Renovierungsmaßnahmen vorgenommen, die der Not der damaligen Zeit entsprachen und gut gemeint waren, jetzt aber korrigiert werden sollten. So wurden Altarteile in ganz unpassenden Farben, schwarz und orange, gestrichen.

In gemeinsamen Terminen mit der Pfarrei, dem Diözesanbauamt, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Kreisheimatpflege wurde ein Verfahren zur Rettung der schönen Altäre entwickelt. Restaurator Reinhard Wimmer aus Erlbach erstellt derzeit am Annenaltar eine Musterfläche, an der die notwendigen Arbeitsschritte ausgeführt werden. Diese Fläche dient dann als Vorlage für die umfassende Renovierung. Die Gemeinde Reischach und der Landkreis Altötting haben sich bereit erklärt, einen Anteil an den Kosten zu leisten und die Pfarrangehörigen damit spürbar zu entlasten.

 

(ANA vom 7.7.2012)