Seit 65 Jahren sitzt sie an der Orgel

Bistum Passau ehrt Anni Rothenaicher - Gut besuchter Pfarrfamilienabend mit Informationen und einem launigem Teil

Ein herzliches Vergelt‘s Gott im Namen des Bistums Passau sprach Pfarrer Ludwig Samereier der langgedienten Organistin Anni Rothenaicher aus und überreichte die Urkunde. (Foto: Buchberger)




Reischach. Ein seltenes Jubiläum ist beim Pfarrrfamilienabend am Samstag im gut besuchten Oberwallner-Saal gefeiert worden: Aus der Hand von Pfarrer Ludwig Samereier erhielt Anni Rothenaicher eine Ehrenurkunde von Passaus Diözesanbischof Wilhelm Schraml für sage und schreibe 65 Jahre Orgeldienst im Pfarrverband.
Damit würde die „unermüdliche und selbstlose“ ehrenamtliche Tätigkeit von Anni Rothenaicher in den einzelnen Pfarreien über mehr als ein halbes Jahrhundert entsprechend gewürdigt, sagte Samereier in seiner kleinen Laudatio.
Aber auch andere Personen wurden für ihren Einsatz in der Pfarrfamilie geehrt. So Hermann Schächner, der seit zehn Jahren Vorbeterdienste in den Altötting-Wallfahrten leistet und Lena Lichtenwimmer für fünf Jahre Ministrantendienst. Mit einem herzlichen „Vergelt‘s Gott“ und einer Urkunde wurde die junge Ministrantin von Pfarrer Samereier aus dem Dienst verabschiedet.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Klaus Hölzlwimmer bewertete in seinem Jahresbericht eine 50-prozentige „Blutauffrischung“ im neuen Pfarrgemeinderat durch die Neuwahlen im vergangenen März als positiv. „Ich denke, es ist eine gute Mischung“, resümierte er. Den ausgeschiedenen Mitgliedern sprach er seinen Dank aus. Erfreut zeigte sich Hölzlwimmer auch über die neue Jugendgruppe in der Pfarrei. Die rund 15 Jugendliche starke Gruppe wird von Vera Lichtenegger und Markus Antholzner geleitet. Auch in diesem Jahr wurden Planungen, Ablauf und zum Teil die Organisation von kirchlichen Festen und Veranstaltungen vom Pfarrgemeinderat übernommen, berichtete Hölzlwimmer abschließend.
Über die drei eigenen Haushalte und ihre Jahresabschlüsse berichtete Reischachs Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber. Zum Kirchenstiftungs-Haushalt sagte Demmelhuber, dass ohne die Baumaßnahmen für das Kirchendach (der Anzeiger berichtete) ein Plus von 30 000 Euro erwirtschaftet werden konnte. Den Einnahmen aus Sammlungen in Höhe von 41 500 Euro stünden Ausgaben von 26 500 Euro wegen der Weiterleitung an Adveniat, Misereor, Caritas und dergleichen gegenüber. So seien am Ende 15 000 Euro übrig geblieben.
Der Haushalt des Kindergartens Reischach ergab Jahreseinnahmen von 360 000 Euro und Ausgaben von 380 000 Euro. Vom Defizit habe die Gemeinde 14 000 Euro und die Kirchenkasse 6000 Euro übernommen. Im Haushalt der Ambulanten Krankenpflege sei durch sparsamste Wirtschaftsweise im Personal- und Sachbereich ein „gutes Plus“ von 30 000 Euro den Rücklagen zugeführt worden, vermeldete Demmelhuber. Seinen Worten nach gäbe es in der Diözese Passau wenige Pfarreien, die so vielfältige Aufgaben erledigen würden. Den Bericht rundete Demmelhuber mit dem Informationsfilm „Was mit der Kirchensteuer geschieht“ ab.
Kirchenpfleger-Kollege Martin Peterbauer berichtete vom diesjährigen Großeinsatz der Kirchenverwaltung in Endlkirchen und Steinhausen. In Steinhausen seien von Mitte Mai bis November rund 550 Arbeitsstunden in Eigenleistung erbracht worden. „Das hat uns einen schönen Batzen Geld gespart“, sagte Peterbauer. Auch der Gewinn des kürzlichen Leonhardiritts komme der Steinhauser Kirche zugute. Dank der vielen Eigenleistungen auch bei anderen Renovierungsprojekten stimme die Kirchenkasse, zog Peterbauer ein positives Resümee.
Die KAB Reischach zeigte sich als lebendiges Element in der Pfarrfamilie. Sie führte einen lustigen Sketch mit Ratsch und Tratsch aus dem Pfarrfamilienleben auf. Regina Lamprecht und Michaela Brunner hatten bei ihren „Seitenhieben“ auf die Pfarrprominenz die Lacher auf ihrer Seite. KAB-Vorsitzender Konrad Diensthuber zeichnete seine beiden „prominenten“ Mitglieder 1. Bürgermeister Herbert Vilsmaier mit einer KAB-Krawatte und Pater Kishore mit einem KAB-Abzeichen aus.
Gesanglich umrahmt wurde die kurzweilige Veranstaltung, die von Hilde Baumer und Konrad Hinterwinkler moderiert wurde, durch Lieder des Kinderchores unter der Leitung von Sieglinde Kalusok und des Jugendchores unter Veronika Vorbuchner. Auch der Singkreis mit Klaus Hölzlwimmer steuerte mit seinen Liedern zum guten Gelingen bei. - mbu

(ANA vom 17.11.2010)