Dem hl. Sebastian seit 1588 eng verbunden

Endlkirchener Bruderschaft beging ihr Hauptfest mit Festgottesdienst und Reliquienprozession um die Filialkirche

 

Von Wilhelm Stolz

Bei der Reliquienprozession zogen die Mitglieder der Sebastianibruderschaft mit Pater Kishore um die Filialkirche. Vorneweg: Die Ministranten.  − Fotos: Stolz

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Endlkirchen. Großer Tag für die Sebastianibruderschaft Endlkirchen: Der kirchliche Verein hat am Sonntag sein Hauptfest begangen. Es findet jedes Jahr um den 20. Januar herum statt. Den Festgottesdienst zelebrierte Pater Kishore, musikalisch wurde er vom Chor des Frauenbundes aus Reischach unter der Leitung von Anna Ro-thenaicher umrahmt.

Bei der Sebastianibruderschaft dürfte es sich um einen der ältesten Vereine des Holzlandes handeln: Seit dem Jahr 1586 besteht in Reischach eine "glaubige Seelenbruderschaft", seit 1588 ist sie auch in Endlkirchen urkundlich nachweisbar.

Von Pfeilen durchbohrt − und dann erschlagen

Zwei neue Mitglieder hießen 2. Vorstand und Kirchenpfleger Martin Peterbauer (von links) und Pfarrer Ludwig Samereier mit Gabi und Josef Maierhofer willkommen. Darüber freuen sich auch die Vorsitzende Maria Werkstetter und Kassier Heinrich Freibuchner.

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Pater Kishore sprach in der Predigt über den heiligen Sebastian, der ein gläubiger Christ war und für seine religiöse Überzeugung starb: Der Legende nach wurde er am 20. Januar des Jahres 288 n. Chr. an einen Baum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt. Angehörige von ihm stellten jedoch danach fest, dass er wie ein Wunder noch lebte. Im Zuge der Christenverfolgung kam er dann aber doch gewaltsam zu Tode, er wurde totgeprügelt.

Seit Menschengedenken schmückt eine gefasste Schnitzfigur des hl. Sebastian den Hochaltar in der Filialkirche. Das Sebastiani-Kerzenopfer wurde in Endlkirchen stets und wird auch heute noch alljährlich am Bruderschafts-Patroziniumsfest dargebracht. Es sei schon bemerkenswert, dass die Filialkirchenstiftung Endlkirchen im Besitz einer echten Sebastiansreliquie ist, sagte der Geistliche. Die Reliquie ist ein kleines Stück aus der Hirnschale des heiligen Sebastian. Die weitaus größere Reliquie wird als eine der bedeutendsten Reliquien Bayerns in Ebersberg aufbewahrt und ist schon einige Male von den Mitgliedern der Sebastianibruderschaft Endlkirchen besucht worden.

Die Bruderschaft ist eine Gebetsgemeinschaft und leistet viel Gutes. Sie verbindet Gläubige aus dem gesamten Pfarrverband und trägt damit zum Zusammenleben der einzelnen Pfarreien bei. Bis Mitte der 1980-er Jahre gönnte sich die Bruderschaft eine Ruhephase. Erst auf Initiative des damaligen Ortsgeistlichen Bischöflich-Geistlichem Rat Heribert Unterhuber nahm die Bruderschaft im Jahre 1985 ihre Aktivitäten wieder auf.

Am Sonntag, 19. Januar 1986, einen Tag vor dem Fest des Hl. Sebastian, fand der erste Gottesdienst in Endlkirchen mit anschließendem Konvent im Gasthaus Auer statt. Über 100 Leute jeden Alters ließen sich sofort als Mitglieder aufnehmen. Präses der Bruderschaft war und ist stets der jeweilige Pfarrer.

In jüngerer Zeit hat die Sebastianibruderschaft Endlkirchen eine enorme Neubelebung und starken Zulauf erfahren. So zählte sie im Mai 1999 sage und schreibe 160 Mitglieder. Das Bischöfliche Ordinariat Passau hat die Erneuerung dieser uralten und trotzdem modernen Laienfraternität bestätigt und ihre Aufgaben und Ziele für gut geheißen und genehmigt.

Sebastianibrote gesegnet und verkauft Pater Kishore segnete die Sebastianibrote, die anschließend verkauft wurden. Eine Reliquienprozession um die Pfarrkirche schloss sich an. Beim Konvent im Gasthaus Auer bat die Vorsitzende Maria Werkstetter eingangs die Mitglieder um eine Gedenkminute für die seit dem letzten Konvent verstorbenen Mitglieder Anni Eppner, Sebastian Auer, Otto Reiter, Maria Pongratz, Resi Schwertfellner und Karolina Sextl.

Maria Werkstetter hatte die Bruderschaft seit April letzten Jahres geführt. Vorher waren Therese Zeiß 18 Jahre und Korona Förg sieben Jahre die Vorsitzenden gewesen.

Maria Werkstetter gab einen Rückblick auf die Veranstaltungen, an denen die Bruderschaft teilgenommen hat, und dankte der Schriftführerin Irmengard Stockner für das Schreiben der Protokolle. Den Kassenbericht, wonach der Verein ein kleines Plus verzeichnete, wurde von Heinrich Freibuchner vorgetragen. Kassenprüfer Hans Köpf bescheinigte ihm eine einwandfreie Kassenführung. Daraufhin entlasteten die Mitglieder die gesamte Vorstandschaft einstimmig. Mit Gabi und Josef Maierhofer konnten wieder zwei neue Mitglieder aufgenommen werden. Somit hat die Bruderschaft jetzt 147 Mitglieder.

Abschließend gratulierte Maria Werkstetter dem Pfarrverbands-Pfarrer Ludwig Samereier zur Ernennung zum Bischöflich Geistlichen Rat, und der Herbergsmutter, der Senior-Wirtin Franziska Auer zum 80. Geburtstag.

 

(ANA vom 28.1.2012)