Gottes Segen für Ross und Reiter

77 Pferdebesitzer mit ihren Tieren und hunderte Besucher beim traditionellen Steinhauser Leonhardiumritt

Von Manfred Buchberger

Nach ihrer Renovierung blickt es in neuem Glanz auf Ross und Reiter herab: Das altehrwürdige Leonhardikirchlein von Steinhausen.

Nach ihrer Renovierung blickt es in neuem Glanz auf Ross und Reiter herab: Das altehrwürdige Leonhardikirchlein von Steinhausen.

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Erlbach. "Auf die Fürbitte des Heiligen Leonhard schütze diese Tiere vor Krankheit und Gefahr und halte alle schädlichen Einflüsse von ihnen fern": Pfarrer Ludwig Samereier hat diese Worte am Samstagnachmittag in Steinhausen an Ross und Reiter gerichtet.

Der Geistliche bat für 77 Pferde und ihre Besitzer beim 33. Leonhardiumritt nach dern Wiedereinführung dieser Brauchtumsveranstaltung um Gottes Segen. Nach einem zwischenzeitlichen Teilnehmerrückgang im Vorjahr – nur 41 Rosserer waren bedingt durch eine Pferdeseuche beim Umritt – hat sich die Zahl der Beteiligten damit wieder auf Normalmaß eingependelt. Und: Mehrere hundert Besucher bildeten bei schönem Herbstwetter zusammen mit dem bunten Laubwald unweit der frisch renovierten St. Leonhardkirche eine stimmungsvolle Kulisse.

20 Tiere: Mehrheitspreis geht nach Mitterskirchen

Den Mehrheitspreis gewannen Lisa (9, von links) und Daniela (6) von den Gerataler Pferdefreunden mit ihren Shetland-Ponys.

Den Mehrheitspreis gewannen Lisa (9, von links) und Daniela (6) von den Gerataler Pferdefreunden mit ihren Shetland-Ponys.

Bei der Vielzahl und den prächtig herausgeputzten Rössern hatten es die Juroren Franz Maier, Bernhard und Manfred Rothenaicher nicht leicht, die Preisträger zu küren. Schließlich ging der Schönheitspreis an das Duo Alexandra Stolz und Dominik Hölzlwimmer aus Erlbach. Gleich mit 20 Pferden vertreten waren die Gerataler Pferdefreunde aus Mitterskirchen. Sie heimsten den Mehrheitspreis ein. Den Kutschenpreis holte sich Albert Winterer aus Haitzing.

Mit Weihwasser besprengte Pfarrer Ludwig Samereier Pferde und Kutschen. Flankiert war der Geistliche dabei von Pater Kishore (links), Organisator Ludwig Demmelhuber (rechts) und den Erlbacher Ministranten.

Mit Weihwasser besprengte Pfarrer Ludwig Samereier Pferde und Kutschen. Flankiert war der Geistliche dabei von Pater Kishore (links), Organisator Ludwig Demmelhuber (rechts) und den Erlbacher Ministranten.

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Zahlreich vertreten war auch die Jugend: Hier holten sich die Geschwister Kathrin und Manuela Kaiser aus Erlbach den Jugendschönheitspreis ab. Auch die Kleinsten gingen nicht leer aus, Daniela Ortler aus Mitterskirchen holte sich den Kinderjugendpreis.

Stifter der begehrten Preise − Fahnen, Holztafeln, Geschenkpakete für die Kinder – waren traditionell die Rathauschefs von Erlbach und Reischach, Franz Watzinger und Herbert Vilsmaier, die Kirchenpfleger Martin Peterbauer und Ludwig Demmelhuber sowie das Pfarramt. Die Kinder- und Jugendpreise kamen vom Neuöttinger Reitsport-Fachgeschäft Galoppade.

Zur Erinnerung: Eine Gedenkrosette Als Erinnerung an den Umritt erhielten alle Teilnehmer ein großes Bild aus der Feder von Heimatpfleger Alois Stockner – die Taferl dazu angefertigt von Martin Peterbauer. Das Ehepaar Dr. Sonny und Dr. Ralf Basting, direkte Nachbarn der alten Leonhardikirche, hatten auch in diesem Jahr die Gedenkrosetten gespendet. Auch ihr Bernhardiner von Dr. Sonny Basting und Dr. Ralf Basting wurde übrigens an der Tribüne vorbeigeführt, um mit Weihwasser besprengt zu werden und damit symbolisch Gottes Segen zu erhalten.

Musikalisch umrahmt wurde die schöne Brauchtumsveranstaltung durch die Reischacher Blaskapelle. Sie führte den Zug auch Gottesdienst, der vorher stattgefunden hatte, zum "Festgelände" an. Viele Besucher ließen sich die im BRK-Zelt von der Landjugend verkauften "Kiachen" und Brotzeiten schmecken.

(ANA vom 07.11.2011)