Leonhardiumritt Steinhausen: Der Charme des Ursprünglichen

Pferdesegnung im Holzland feierte in diesem Jahr den 40. Geburtstag ihrer Neuzeit-Geschichte

Schön geschmückte Pferde, lachende Rosserer: Szene vom Leonhardiumritt in Steinhausen am Samstag. Rechts auf der Empore: Generalvikar Dr. Klaus Metzl, der Tier und Mensch segnete sowie Ansager Ludwig Demmelhuber. −Fotos: Buchberger Schön geschmückte Pferde, lachende Rosserer: Szene vom Leonhardiumritt in Steinhausen am Samstag. Rechts auf der Empore: Generalvikar Dr. Klaus Metzl, der Tier und Mensch segnete sowie Ansager Ludwig Demmelhuber. −Fotos: Buchberger

Historische Kostüme bereicherten auch heuer den Umzug, hier "mittelalterliche Fräulein", allerdings mit modernem Kopfschutz. Historische Kostüme bereicherten auch heuer den Umzug, hier "mittelalterliche Fräulein", allerdings mit modernem Kopfschutz.

Erlbach. Es dürfte der Charme des Ursprünglichen sein, der die alljährliche Steinhausener Pferdesegnung zu etwas Besonderem macht. "Wir wollen keinen Kommerz − nur einfach die Tradition des Umrittes aufrechterhalten", so Hauptorganisator und Moderator Ludwig Demmelhuber gegenüber dem Anzeiger am Rande der Brauchtums-Veranstaltung, die die Pfarreien Reischach und Arbing ausgerichtet hatten.

Vielleicht ist es gerade dieser Umstand, der sowohl die Rosserer als auch ein treues Stammpublikum alle Jahre an den idyllischen Flecken Erde im Holzland hinzieht. 51 Pferde, rund 20 weniger als im Vorjahr, waren es am Samstagnachmittag bei leicht diesigem Wetter, die sich fein herausgeputzt mit ihren Besitzern den bunten Herbstwald entlang – am kleinen Leonhardi-Kirchlein und den Zuschauern vorbei – auf den Rundparcours gemacht hatten.

Segen vom zweithöchsten Vertreter der DiözeseUnter die Zuschauer hatten sich auch die VG-Bürgermeister Franz Watzinger (Erlbach) und Alfred Stockner (Reischach), dazu MdL Dr. Martin Huber gesellt. Dem Passauer Generalvikar Dr. Klaus Metzl war es bei der heurigen Pferdewallfahrt vorbehalten, den Vorbeiziehenden von der eigens aufgebauten Empore aus auf die Fürbitte des Hl. Leonhard den Segen Gottes zu spenden – nach 2015 bereits das zweite Mal.

Den Jugendpreis "Jüngster Reiter" gewann Luise Dobler (2) aus Gufflham auf ihrem Esel, hier umringt von ihrer Familie. Den Jugendpreis "Jüngster Reiter" gewann Luise Dobler (2) aus Gufflham auf ihrem Esel, hier umringt von ihrer Familie.

Zuvor hatte der zweithöchste Vertreter der Diözese Passau zusammen mit Pfarrer BGR Ludwig Samereier und Pfarrvikar Kumar Yangaladasu mit den Gläubigen schon den Patroziniums-Gottesdienst im schmucken Wallfahrtskirchlein gefeiert.

Eine weitere Besonderheit des mittlerweile 40. Pferde-Umritts der neueren Geschichte: Eine stattliche Musikantengruppe aus Reischach im Südtiroler Pustertal sorgte mit den hiesigen Musikern der Blaskapelle Reischach mit ihren Klängen für Stimmung. Die Musiker waren gerade auf Besuch bei ihren Ortsnamens-Kollegen im Holzland und spielten auch am Abend im Rahmen eines gemeinsamen Musikabends im Gasthaus Oberwallner gemeinsam auf (ausführlicher Bericht folgt).

Gleich zwei Reischacher Blaskapellen sorgten für die musikalische Umrahmung: Jene aus dem Holzland und ihre Gäste aus Südtirol. Gleich zwei Reischacher Blaskapellen sorgten für die musikalische Umrahmung: Jene aus dem Holzland und ihre Gäste aus Südtirol.

Schließlich hatte auch die obligate Übergabe der Jury-Sonderpreise während des Umritts ihren Platz eingenommen: Die drei Juroren zeichneten dabei Lena und Leo Obereisenbuchner aus Näglstall, Gemeinde Pleiskirchen, auf ihren herrlichen Tieren mit dem Schönheitspreis aus. Den Kutschenpreis sicherte sich Karl Staudinger aus Mitterhausen und den Mehrheitspreis der Pferdesportverein (PSV) Altötting mit acht Rössern. Der Jugend-Schönheitspreis ging an Patrizia Schneiderbauer aus Altötting und Luise Dobler aus Gufflham, Gemeinde Burgkirchen, durfte sich mit gerade mal zwei Jahren über den Jugendpreis als jüngste Reiterin auf ihrem Esel freuen.

Den Schönheitspreis gewannen Lena und Leo Obereisenbuchner. Den Schönheitspreis gewannen Lena und Leo Obereisenbuchner.

Neben den gestifteten Hauptpreisen, Holztafeln aus der Fertigung von Martin Peterbauer, durften sich alle Rosserer indes über das von Heimatpfleger Alois Stockner gezeichnete Erinnerungsbild sowie eine orange-rote Gedenkrosette freuen, die traditionell von der Familie Dr. Basting gestiftet worden war.

Der Erlös der Veranstaltung wird, wie es hieß, für den Unterhalt des St. Leonhard-Kirchleins verwendet.