"An besseren Pfarrer bekommt’s nimmer!"

BGR Ludwig Samereier feierte sein 25-jähriges Priesterjubiläum – Glückwünsche aus dem Pfarrverband und der Politik

Manfred Buchberger 26.06.2018 | Stand 25.06.2018, 18:47 Uhr

Sichtlichen Spaß hatten der Pfarrer und die Erlbacher Kindergartenkinder nach den dargebotenen Liedern mit einem "geheimnisvollen" Geschenk. − Fotos: mbu Sichtlichen Spaß hatten der Pfarrer und die Erlbacher Kindergartenkinder nach den dargebotenen Liedern mit einem "geheimnisvollen" Geschenk. − Fotos: mbu

Jubelpfarrer Ludwig Samereier (linkes Foto, 2. von links) bei der Gabenbereitung unter dem Pavillon mit den Konzelebranten Vikar Kumar Yangaladasu (von links), Dompropst Dr. Michael Bär und Pfarrer Bernhard Saliter. Im Vordergrund sind die Jubiläumskerze sowie die Primizkrone von 1993 erkennbar. Mittleres Foto: Hans Schmid aus Perach brachte dem Jubilar und passionierten Waidmann spontan ein Ständchen mit dem Jagdhorn. Rechts: Auch das Geschenk der Kirchenpfleger Martin Peterbauer (rechtes Foto, Mitte) und Ludwig Demmelhuber bereitete Freude: Die beiden überraschen den Geistlichen mit einer geschnitzten Bruder-Konrad-Statue. Jubelpfarrer Ludwig Samereier (linkes Foto, 2. von links) bei der Gabenbereitung unter dem Pavillon mit den Konzelebranten Vikar Kumar Yangaladasu (von links), Dompropst Dr. Michael Bär und Pfarrer Bernhard Saliter. Im Vordergrund sind die Jubiläumskerze sowie die Primizkrone von 1993 erkennbar. Mittleres Foto: Hans Schmid aus Perach brachte dem Jubilar und passionierten Waidmann spontan ein Ständchen mit dem Jagdhorn. Rechts: Auch das Geschenk der Kirchenpfleger Martin Peterbauer (rechtes Foto, Mitte) und Ludwig Demmelhuber bereitete Freude: Die beiden überraschen den Geistlichen mit einer geschnitzten Bruder-Konrad-Statue.

Erlbach/Reischach. Erst einmal schlucken müsse er, dass so viele Menschen zu seinem Silbernen Priesterjubiläum gekommen seien, zeigte sich Pfarrer BGR Ludwig Samereier am Sonntagvormittag bei der Begrüßung am aufgebauten Altar unter einem Pavillon vor der Erlbacher Pfarrkirche sichtlich angetan.

"Dass ich mein Jubiläum noch dazu mit dem Patrozinium verbinden kann, ehrt mich". Dies sei auch einer der Gründe, warum der Jubilar gerade die Erlbacher Pfarrkirche St. Petrus ausgewählt habe, klärte Fest-Hauptorganisator Konrad Hochhäusl vom Erlbacher Pfarrgemeinderat die geschätzt 500 Besucher aus dem gesamten Pfarrverband eingangs auf. Schließlich sei es vor 25 Jahren, am 26. Juni 1993, zu "Peter und Paul" gewesen, dass Ludwig Samereier im Passauer Dom durch Bischof Dr. Franz Xaver Eder die Priesterweihe erhalten habe. Freudig registrierte der Jubilar, dass der feierliche Gottesdienst, den er selber zelebrierte, durch die Reischacher Blaskapelle, dirigiert von Sandra Maier, und dem gemischten Erlbacher Chor mit der "Haydn-Messe" eine besonders festliche Note erhielt.

Blick zurück in die Zeit der ChristenverfolgungenDie Festpredigt indes hielt der Passauer Dompropst Dr. Michael Bär, ebenso Konzelebrant wie Pfarrvikar Kumar Yangaladasu und der Arnstorfer Pfarrer Bernhard Saliter, der aus der Pfarrei Reischach stammt. Der hohe Geistliche, der schon an der Primiz Samereiers vor 25 Jahren in Dietersburg mitgewirkt hatte, griff in der Ansprache dann auch das Martyrium des Petrus aus der Zeit der Christenverfolgung auf. Auf dem kleinen Grabmal in Rom, in dem die Gebeine des Petrus eingemauert worden seien, rage heutzutage die mächtigste Kirche der Christenheit mit der größten Kuppel der Welt empor. Unter dem Zelebrationsaltar im Petersdom könne man noch heute einen Blick auf dieses Petrus-Marterl werfen. Hier in der Fläche des Bistums Passau zeige sich der Kern der katholischen Glaubensgemeinschaft, sozusagen das kleine Marterl, das auch den Dom in Passau zu stützen wisse, so Dr. Bär.

"Keine Kirche ohne Zeugen", warf er ein: "Ein Vierteljahrhundert bezeugst nun du schon, lieber Ludwig, deinen bodenständigen, christlichen Glauben vor allem denen, die dir in den Pfarreien als Kaplan und Pfarrer anvertraut waren und sind". Der Jubilar sei eher ein Mann des Marterls, als der großen Kirchen – einer, der allein schon als "Jager" lieber draußen sei an Hecken und Waldlichtungen als stets von den Mauern einer Stadt umgeben.

"Dein lebendiges Zeugnis erkennen deine Pfarreien und sie schätzen dich dafür, was am heutigen Festtag zu erkennen ist", sagte der Dompropst. Seit 25 Jahren arbeite der Jubiläumspriester schon daran, die Kirche stets aus lebendigen Steinen neu zu errichten, Gläubige zu sammeln, zusammenzuführen, zum Dienst zu motivieren und zum Gebet anzuleiten. Es könne nicht immer eine große, mächtige Kirche entstehen, aber es sei schon viel gewonnen, wenn irgendwo neu ein kleines, stabiles Marterl aufrage und zum Glaubenszeichen werde. Ludwig Samereier habe viele solche Zeichen gesetzt. "Vergelt’s Gott dafür", so Dr. Bär.

Ein langer Festzug mit vielen Fahnenabordnungen kirchlicher aber auch weltlicher Ortsvereine wälzte sich nach dem Gottesdienst zum Festgelände am Schulgebäude, wo die Jubilars-Feier mit dem Mittagstisch und dem Pfarrfest seinen Fortgang fand. Eine Reihe von Rednern richteten Grußworte und Glückwünsche an den Priester, der beim Festakt zu seiner Freude auch die Mutter, die Geschwister und einige Verwandte an seiner Seite wusste.

Aus allen Wortbeiträgen klang die große Hochachtung an der Arbeit und der Respekt für den Gottesmann heraus. Landrat Erwin Schneider etwa appellierte an die große Pfarrfamilie: "Hegt’s und pflegt’s ihn – einen besseren Pfarrer bekommt’s nimmer!"

Erlbachs Gemeindeoberhaupt und VG-Vorsitzender Franz Watzinger lobte Samereiers "unerschütterlichen" Humor und verwies auf die vielen Talente, die er etwa in der Imkerei oder der Jagd unter Beweis stelle: "Du weißt einfach viel – auch Jägerlatein", sagte er augenzwinkernd.

Dazu passte es, dass Hans Schmid aus Perach mit dem Jagdhorn dem Jubilar spontan mit dem "Frühauf zur Jagd" ein Ständchen blies. Gruß- und Dankesworte, dazu auch Geschenke, kamen zudem von Pfarrverbandsvorsitzender Elisabeth Sigrüner und von KAB-Kreis-Diözesansekretär Andreas Wachter, deren Kreis-Präses Samereier ist. Beide sprachen die Hoffnung auf noch lange Zusammenarbeit aus.

Statuette des hoch verehrten Heiligen als GeschenkDas Wort ergriff – in humoriger ebenso wie in nachdenklicher Weise – auch "Progoder" Rupert Wolfswinkler aus Asten, ein Freund Samereiers. Etwas Besonderes hatten die Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber und Martin Peterbauer für den Geistlichen als Jubiläumsgeschenk mitgebracht – eine von Peterbauer extra geschnitzte hölzerne Bruder-Konrad-Statuette mit Podest. Der Heilige wird von Samereier glühend verehrt, hatte doch dieser, so wie er selber auch, seine Berufung vom Pflug aus gefunden.

Eingebracht in die harmonische Feier hatten sich auch die Kleinsten vom Erlbacher Kindergarten: Zur Freude des Jubelpfarrers sangen sie einige Lieder und überreichten ihm anschließend ein "geheimnisvolles" Geschenk.

 

(ANA vom 26.06.2018)