"Zeit vergeht – Freundschaft besteht"

Unter diesem Motto feierte die KLJB Reischach am Sonntag groß die Weihe der neuen Vereinsfahne

Die neue Fahne im Mittelpunkt: Mit Weihwasser besprengt Pfarrer und Schirmherr BGR Ludwig Samereier das neue Symbol der KLJB vor dem Altar (Foto links). Das Erinnerungsband der jetzigen Landjugend-Generation heftet Josefine Baisl an die Fahne. Festleiter Michael Obereisenbuchner assistiert. − Fotos: mbu Die neue Fahne im Mittelpunkt: Mit Weihwasser besprengt Pfarrer und Schirmherr BGR Ludwig Samereier das neue Symbol der KLJB vor dem Altar (Foto links). Das Erinnerungsband der jetzigen Landjugend-Generation heftet Josefine Baisl an die Fahne. Festleiter Michael Obereisenbuchner assistiert. − Fotos: mbu

Die Blaskapelle Reischach führt den langen Zug mit der mitgeführten neuen KLJB-Fahne zur Festhalle an. Die Blaskapelle Reischach führt den langen Zug mit der mitgeführten neuen KLJB-Fahne zur Festhalle an.

Reischach. Schönes Wetter war es, das sich die Katholische Landjugend (KLJB) Reischach für ihre Fahnenweihe sehnlichst gewünscht hatten. Dass sich dieser Wunsch erfüllte, ließ die Gesichter der Jugendlichen am Sonntagvormittag mit der Sonne um die Wette strahlen. Gemeinsam mit den fast vollzählig vertretenen Ortsvereinen, zahlreichen benachbarten und befreundeten Landjugenden und vielen Rei-schachern erlebte die Jugendgruppe ein Fest wie aus dem Bilderbuch.

Und die jungen Leute hatten sich dafür extra eingekleidet: Die Mädchen einheitlich im schwarzen Dirndl mit roter Schürze, die "Buam" mit kurzer Lederhose und weißem Hemd mit dazu passender roter Borte. "Zeit vergeht – Freundschaft besteht": Diese Worte hatten die Jugendlichen als ihr Motto für ihren großen Tag gewählt und sie auch in ihrer neuen Fahne verewigt. Der Wahlspruch zog sich dann auch wie ein roter Faden durch die Feierlichkeiten, die von einem Festgottesdienst in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Martin getragen waren.

Das Fest – "ein Vermächtnis für spätere Generationen"Es sei für ihn "bewegend" eine so schöne Fahne segnen zu dürfen, gestand Pfarrer und Schirmherr BGR Ludwig Samereier zu Beginn des Gottesdienstes. Das Fest sei augenscheinlich ein "Vermächtnis für spätere Generationen". Die jetzige KLJB-Vorstandschaft und bereits ihre Vorgänger hätten damit ihre innerste Einstellung und Überzeugung gezeigt – zugleich mit der neuen Fahne ein "echtes Bekenntnis zur Heimat Reischach" gegeben. "Was auf der Fahne zu sehen ist, ist aus unserer Mitte", hob Samereier das Landschaftsmotiv hervor, eine Ansicht aus der Höhe von Wipfelsberg. Neben der neuen Fahne, die das alte Vereinsbanner von 1984 ablöst (der Anzeiger berichtete darüber), waren es noch ein Festband und die Vereinskerze, die der Ortsgeistliche gleichermaßen segnete. Das Band war von den aktuellen KLJB-Mitgliederjahrgängen 1993 bis 2001 gestiftet worden – zur späteren Erinnerung an diese Generation, wie Josefine Baisl bei der Anheftung an der Fahne in Gedichtform bemerkte.

Michael Obereisenbuchner bekam vom Zelebranten und Schirmherrn für die "gigantische Leistung" als Festleiter nicht nur ein dickes Lob für sich und sein Festkomitee, er erhielt aus Samereiers Händen zum Dank als "Nervennahrung" auch ein Geschenks-Paket mit süßen Leckereien. Danke sagte freilich auch der Beschenkte: Allen, die zum Gelingen des Festes in irgendeiner Weise beigetragen hätten, namentlich der Gemeinde mit Bürgermeister Alfred Stockner, der Pfarrei sowie allen Spendern und Gönnern. Es sei einmal mehr bewiesen, was Reischach alles schaffe, wenn es anzupacken gelte. "Wir haben das miteinander auf die Füße gestellt − und da bin ich stolz drauf", so Obereisenbuchner.

Lob für die junge Truppe gab es vom 1. Bürgermeister Alfred Stockner: "Ihr habt euch viel Arbeit gemacht und ein tolles Fest auf die Beine gestellt". Die neue Fahne sei sehr gut gelungen und gefalle ihm, sagte er. Sie zeige mit der Pfarrkirche und dem Wegkreuz die Verbundenheit zur katholischen Kirche, durch Pflug und Bienenstock diese zur Landwirtschaft und schönen Natur in der Heimatgemeinde. "Wir sind stolz, eine solch aktive Jugendbewegung zu haben".

Das besondere Bekenntnis zum Glauben und zur Heimat hob auch Landrat Erwin Schneider in seinem launigen Grußwort hervor. Die Reischacher Landjugend sei ihm schon seit Jahrzehnten als sehr aktiv bekannt. Gerade ein klares Bekenntnis zur Heimat sei nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Es sei gut, dass die Landjugend diese Werte weitergebe, sagte er. Glückwünsche zur neuen Fahne gab es auch durch KLJB-Seelsorger Hubertus Sterflinger: Er überraschte die Jugendgruppe mit einem Geschenk – einem eigens angefertigten "Ersatzbanner".

Schier endloser Festzug ging zur StockschützenhalleEine besonders feierliche Note erhielt der Ablauf des Festgottesdienstes durch die Lieder des Kirchenchors "Choropax", der die Besucher schließlich mit einem gesungenen "O happy Day" entließ. Ein schier endloser Festzug schlängelte sich dann nach der Messe über den "Waldfestplatz" die Aushofener Straße hoch zum gemeinsamen Mittagstisch in der Stockschützenhalle. In der proppenvollen Sporthalle wurden die Gäste dabei von der Blaskapelle Reischach mit schmissigen Melodien unterhalten – die Musiker hatten bereits den Festzug angeführt. Seinen Ausklang fand die Feier dann mit der Live-Band "Postamt Trio", die am Nachmittag mit fetzigen Titeln aufwartete.

Dicht umlagert war später auch die Bar: DJ Franka sorgte für Partymusik. Indes steht bereits der Premiereneinsatz für die neue Fahne fest: Am Sonntag, 24. Juni, feiert Pfarrer Ludwig Samereier in der Erlbacher Pfarrkirche St. Petrus sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Dort will die Reischacher Landjugend ihr neues Glanzstück präsentieren.

 

(ANA vom 6.6.2018)