Das Reischacher Pfarrheim ist jetzt barrierefrei

Ca. 100 000 Euro für Umbau und Renovierung – Segen vom Domkapitular

Mit Weihwasser besprengte Domkapitular Josef Werkstetter bei der Segnung den neuen Pfarrsaal und die anwesenden Gäste. Mit Weihwasser besprengte Domkapitular Josef Werkstetter bei der Segnung den neuen Pfarrsaal und die anwesenden Gäste.

Einen Rückblick auf den Beginn der Umbaumaßnahmen gab hier Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber. − Fotos: Buchberger Einen Rückblick auf den Beginn der Umbaumaßnahmen gab hier Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber. − Fotos: Buchberger

Reischach. In nur gut acht Wochen ist das Katholische Pfarrheim an der Aushofener Straße renoviert und umgebaut worden. Nach dieser rekordverdächtigen Zeit ist vor wenigen Tagen für die neu gestalteten Räumlichkeiten durch Domkapitular i.R. Josef Werkstetter um Gottes Segen gebeten worden.

Neben den neuen Kreuzen für einzelne Räume hat der Geistliche, ein gebürtiger Reischacher, dabei die rund 100 anwesenden Gäste – darunter Vereinsvertreter und Handwerker – aber auch alle künftigen Besucher des Pfarrheims in die Segnung mit einbezogen. Zirka 100000 Euro habe die Katholische Kirchenstiftung für die gesamte Maßnahme zu berappen, davon etwa 85000 Euro allein für den Umbau, verriet Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber den Versammelten im neu geschaffenen Pfarrsaal im Erdgeschoss. Betont hatte er dabei, dass nur heimische Firmen den Zuschlag für die einzelnen Gewerke erhalten hätten.

Dass der Umbau gelungen ist, davon konnten sich die Gäste, aber auch die nachmittäglichen Besucher beim "Tag der offenen Tür", bei einem Rundgang durch das Gebäude ein Bild machen. Nichts erinnert mehr an den ursprünglichen Vierseithof mit seinen rund 120 Tagwerken, den kein Geringerer als die damalige Architektur-Koryphäe Johann Baptist Schlott gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag des früheren Ortsgeistlichen Pfarrer Johannes Evangelist Schermer vom Bauernhof zu einem stattlichen Pfarrhof überplant hatte. Nach Schotts Planung entstand etwa auch Anfang des 20. Jahrhunderts die Altöttinger Basilika St. Anna.

In die Annalen des Gebäudes sind auch die Siebziger-und frühen Achtziger-Jahre eingegangen: Eigentlich sollte das Gebäude wegen des maroden Zustands abgerissen werden, so aber entschloss sich die Katholische Pfarrkirchenstiftung zu einem Umbau in ein Pfarrheim, der dann 1981 abgeschlossen war. Anfang dieses Jahres hätten die kirchlichen Vereine unter Federführung der Orts-KAB angeregt, das stark frequentierte Haus barrierefrei zu gestalten, um auch den älteren, gehbehinderten und mittlerweile vielen Rollstuhlfahrern die Teilnahme an den Veranstaltungen zu ermöglichen, so Demmelhuber.

Das Problem: Die Antragsfrist für eine Bezuschussung derartiger Maßnahmen war bei der Diözese Passau bereits abgelaufen. Bei einer persönlichen Vorsprache im Mai in Passau habe man "das aber irgendwie hingekriegt" – das Rei-schacher Sanierungsprojekt wurde als "Notmaßnahme" eingestuft. Die Zuschuss-Zusage der Diözese über 60000 Euro aus Kirchensteuermitteln sei der Pfarrei bereits im Sommer ins Haus geflattert. Weitere 8000 Euro hätte die Gemeinde dazu geschossen, etwa 6000 Euro seien von den im Gebäude beheimateten Vereinen und Privatleuten eingegangen. Die restliche Summe werde die Pfarrei schultern müssen, sagte der Kirchenpfleger und gleichzeitiger "Bauleiter" in seinen Dankesworten.

Namens des Pfarrgemeinderates überreichte ihm dessen Vorsitzende Edith Brunner für den "nimmermüden Einsatz" als Triebfeder um das Projekt ein paar gute Tropfen, selbige erhielt auch Segen-Spender Josef Werkstetter, der den verhinderten Pfarrer Ludwig Samereier schon beim vorangegangenen Gottesdienst in der Pfarrkirche vertreten hatte. Brunner bedankte sich zudem beim Chor des Katholischen Frauenbundes, der mit seinen Liedern für einen stimmungsvollen Rahmen der Feier gesorgt hatte.

Ihre Geschlossenheit und die Verbundenheit zur Pfarrei zeigten im Anschluss die kirchlichen Vereine: Sie bewirteten die vielen Gäste im angegliederten Funktionsgebäude am Pfarrheim mit frischen Weißwürsten sowie Kaffee und Kuchen. − mbu

 

(ANA vom 7.11.2017)