Die Ehe – manchmal auch ein Kreuzweg

Pfarrvikar Kumar warnt beim Jubilarstag vor überzogenen Erwartungen – 18 Paare mit insgesamt 615 Jahren Ehe waren dabei

Mehr als sechs Jahrhunderte Ehe auf einem Bild vereinigt: Im Altarraum der Kirche versammelten sich die Peracher Ehejubilare zum Gruppenbild. − Foto: Jelen Mehr als sechs Jahrhunderte Ehe auf einem Bild vereinigt: Im Altarraum der Kirche versammelten sich die Peracher Ehejubilare zum Gruppenbild. − Foto: Jelen

Perach. 18 Ehepaare, die zusammen gerechnet seit 615 Jahren verheiratet sind, haben an der Feier der Ehejubilare am Sonntag teilgenommen.

Pfarrvikar Kumar zog mit den Ehepaaren in die Pfarrkirche Perach ein und brachte in der Predigt die Geschichte einer Frau, die ihr goldenes Ehejubiläum vorbereitete. Als der Pfarrer sie fragte, wie es ihr in den ganzen Jahren ergangen sei, erzählte sie ihm von ihrer Hochzeit – daran konnte sie sich noch sehr gut erinnern: Mit wenig Geld, aber unter großen Opfern hatten sie eine wunderschöne kirchliche Trauung in der festlich geschmückten Kirche, sagte sie, "es war einfach himmlisch". Eines aber hatte sie freilich nicht beachtet: In der Kirche hing auch ein Kreuzweg.

Pfarrvikar Kumar machte klar, dass sicherlich jedes Paar auch schon über persönliche "Kreuzweg"-Stationen gegangen sei. Freud und Leid lägen oft nahe beieinander. Wer zu hohe Erwartungen an den Partner stelle, werde schnell enttäuscht und das unendlich scheinende Glück wandle sich dann schnell in Unzufriedenheit. Wenn das Miteinander nicht mehr klappe, dann trenne man sich schnell. Aber der Herr habe die Ehe geheiligt und damit den Eheleuten versprochen, dass er immer bei ihnen sein wird, gerade in den schwierigen Zeiten. Wer manchmal das Kreuz auf sich nehme, ende nicht in der Sackgasse, sondern werde einen neuen Wegweiser in die Zukunft erfahren und wieder gemeinsames Glück erfahren.

Die Ehejubilare sollten den jungen Generationen Mut machen, dass der Weg der ehelichen Gemeinschaft, trotz aller Beschwerden, ein guter Weg ist, so die Aufforderung des Geistlichen.

Die Fürbitten wurden dann von Kindern, Enkeln, jüngeren und älteren Ehepartnern und Ehepaaren vorgetragen, immer bezogen auf die Ehejubilare, auch den verstorbenen Ehepartnern wurde gedacht.

Am Schluss des Gottesdienstes wurden die einzelnen Paare gesegnet und von der Pfarrei erhielten sie ein Terrakotta-Herz zur Erinnerung an diesen Tag.

Das Gruppenfoto wurde noch in der Kirche gemacht, fotografiert wurde alles vom Ehepaar Daniela und Daniel Jelen. Die weltliche Feier, mit Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen, wurde im Gasthaus Oberwirt abgehalten. Das Gastzimmer war vom Pfarrgemeinderat, der sich auch um die Bewirtung kümmerte, schön geschmückt worden. − red

 

(ANA vom 14.10.2017)