Gottes Segen für das neue Funktionsgebäude am Pfarrheim

Es dient zur Unterbringung sakraler Gegenstände − Ursprünglich waren 100 000 Euro veranschlagt, dann aber wurden es 20 000 Euro mehr

 

Martin Peterbauer hat diese Madonnenfigur aus Pappmaché kunstvoll restauriert und den Holzkasten angefertigt.

Martin Peterbauer hat diese Madonnenfigur aus Pappmaché kunstvoll restauriert und den Holzkasten angefertigt.

Reischach. Das neue Funktionsgebäude am Pfarrheim hat am Freitagabend seinen kirchlichen Segen erhalten, es ist damit offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Zugleich gesegnet wurde durch den Hausherrn, Pfarrer Ludwig Samereier, auch die restaurierte Madonnenfigur, sie nahm ihren Platz in der neu geschaffenen Mauernische ein.

Geplant waren für das Funktionsgebäude ursprünglich 100 000 Euro Kosten, letztlich sind daraus 20 000 Euro mehr geworden. Notwendig geworden war die Baumaßnahme, da der alte Funktionsraum – ursprünglich ein Teil des Stallgebäudes des früheren Vierseit-Hofes − bereits sehr baufällig war. Dies sagte Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber bei der Feier zum Abschluss der Bauarbeiten den anwesenden Mitgliedern der Kirchenverwaltung, des Pfarrgemeinderats, den Helfern und den Vertretern der beteiligten Firmen. Erfreulich sei, so Demmelhuber, dass die Diözese Passau einen Zuschuss von 65 Prozent, allerdings aus der ursprünglich veranschlagten Summe von 100 000 Euro, genehmigt habe. Er hoffe aber, dass letztlich der Zuschuss auf die höheren Gesamtkosten aufgestockt werde. Nach dem Beginn der Planung im Juli 2009 habe sich der Baubeginn dann bis in den vergangenen Mai hingezogen. Geschuldet sei dies den zähen Verhandlungen mit E.ON über die Versetzung des auf dem Grundstück stehenden alten Trafos und dessen Umsetzungskosten von über 40 000 Euro. Schließlich habe man sich auf einen wesentlich niedrigeren Betrag geeinigt, so Demmelhuber.

Mit Weihwasser besprengte Pfarrer Ludwig Samereier das neue Funktionsgebäude und bat um Gottes Segen für das Haus und die Menschen, die darin arbeiten. Begleitet wurde er bei der Zeremonie von zwei Ministranten.  − Fotos: Buchberger

Mit Weihwasser besprengte Pfarrer Ludwig Samereier das neue Funktionsgebäude und bat um Gottes Segen für das Haus und die Menschen, die darin arbeiten. Begleitet wurde er bei der Zeremonie von zwei Ministranten.  − Fotos: Buchberger

Möglich sei die Baumaßnahme auch dadurch gewesen, dass sich viele freiwillige Helfer, darunter viele junge Leute, in die Eigenleistung eingebracht hätten. Geschätzte 800 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit "von allen Schichten" etwa im Innen- und Außenbereich, bei Eindeckungs- und Malerarbeiten und der Elektroinstallation seien zu Buche gestanden. Namentlich dankte er der Jugend, dem Katholischen Frauenbund, dem Musikverein, der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat für ihre Leistung. In ihrer Funktion werden die Räume des Gebäudes unter anderem für die Unterbringung sakraler Gegenstände und Kulturgüter, verschiedener Altäre und Fahnen genutzt, freilich auch für Firmung und Erstkommunion. Eine Bleibe bekommen soll darin auch ein "Museum" mit vielen antiquierten Gegenständen, darunter ein alter Leichenwagen.

Einen besonderen Dank sprach Demmelhuber auch Martin Peterbauer aus. Aus einem Versprechen heraus habe dieser die etwa 130 Jahre alte, arg ramponierte, und vom Typus her seltene Madonnenfigur unentgeltlich restauriert, gefasst und mit Blattgold belegt. In dem von Peterbauer angefertigten Holzkasten in der Mauernische wird die Figur den Innenhof des Pfarranwesens zieren, sagte Demmelhuber.

(ANA vom 22.8.2011)

"Das Werk lobt den Meister": Mit diesen Worten dankte Pfarrer Ludwig Samereier Demmelhuber für seinen "ungebrochenen Optimismus" bei der Bewerkstelligung des Baues. Er selber habe in der ganzen Planung zwei Mal "gewankt", bei den massiven Problemen mit der Trafoversetzung und der knapp kalkulierten Zeitschiene. Das neue Gebäude sei ein Werk, das auch für die kommenden Generationen geschaffen worden ist, so Samereier.