Ein "Freund des Lebens" feierte Geburtstag

Pfarrer Ludwig Samereier: Dankgottesdienst mit 12 Zelebranten – Fellstiefel, "Zielwasser" und Schnupftabak als Geschenke

 


 

Den Taktstock in der Hand, dirigierte der Jubilar die Reischacher Blaskapelle. Später spielte auch die Bläsergruppe des Kreis-Jagdverbandes dem Jubilar auf. Ludwig Samereier ist selbst ein begeisterter Waidmann.

Den Taktstock in der Hand, dirigierte der Jubilar die Reischacher Blaskapelle. Später spielte auch die Bläsergruppe des Kreis-Jagdverbandes dem Jubilar auf. Ludwig Samereier ist selbst ein begeisterter Waidmann.

Endlkirchen. Als "Freund des Lebens" hat Generalvikar Klaus Metzl am Montag den Pfarrer des Reischacher Pfarrverbandes, Bischöflich Geistlichen Rat Ludwig Samereier bezeichnet. Zusammen mit zwölf Zelebranten feierte dieser den Dankgottesdienst anlässlich seines 50. Geburtstages in der völlig überfüllten Filialkirche "St. Michael" in Endlkirchen.

Bei der weltlichen Feier im Gasthaus Auer schien die Schar der Gratulanten dann kein Ende zu nehmen. Zahlreiche Darbietungen von Chören, Vereinen und Tanzgruppen bereicherten die großartige Geburtstagsfeier.

Dank an die Mutter fürs christliche UmfeldIn seiner Festansprache ließ Pfarrer Ludwig Samereier seinen Lebensweg Revue passieren. Er dankte seiner Mutter, dass er in einem christlichen Umfeld aufwachsen durfte. Bedingt durch einen Unfall konnte er nicht wie vorgesehen Bauer werden und besuchte daher das Gymnasium auf dem Gartlberg bei Pfarrkirchen. Dort erlebte er die Patres als "gesellige und weltoffene Menschen". Hier reifte auch sein Entschluss, Priester zu werden. 1993 feierte er Primiz. Nach Kaplanstellen in Neuötting und Arnstorf war er Pfarrer von Wittibreut, Ulbering, Walburgskirchen und Zimmern. 2004 wurde er, für ihn überraschend, nach Reischach berufen, wo es den neuen Pfarrverband mit Arbing, Endlkirchen, Erlbach, Perach und Reischach zu gründen galt. "Ich habe nicht geahnt, dass ich so gut aufgenommen wurde, dass mir so viele gute Mitarbeiter zur Seite stehen und dass ich so viele Kirchen betreuen kann", so der Jubilar. Eine große Hilfe sei ihm dabei neben dem Büro- und Seelsorgeteam vor allem Pfarrvikar Kumar Yangaladasu. Samereier: "Wir passen unheimlich gut zusammen."

 

Auch die Kleinsten des Reischacher Trachtenvereins überbrachten dem Pfarrer Glückwünsche.

Auch die Kleinsten des Reischacher Trachtenvereins überbrachten dem Pfarrer Glückwünsche.

Zum Ende des Festgottesdienstes ergriff Generalvikar Dr. Klaus Metzl das Wort. Er nannte seinen Studienkollegen Pfarrer Ludwig Samereier einen "Freund des Lebens". Als "Freund der Schöpfung" pflege er eine tiefe Beziehung zur Natur als Schöpfung Gottes. Er sehe immer das Gute und sei ein "guter Sämann Gottes". Als Fischer und Jäger sei er der Natur besonders nahe. Er sei auch ein "Freund der Menschen", die er in allen Lebenslagen begleite, von der Taufe bis zum Tod. Als "Freund Christi" habe er sein Leben Gott in jeder Lebenslage anvertraut. Seinem Primizspruch "Die Freude des Herrn ist meine Kraft" sei Ludwig Samereier immer treu geblieben. Mit dem Jubilar verbinde ihn auch die Tatsache, "dass es bei seiner Primiz genauso so heftig geregnet hatte wie bei der des Jubilars", so Dr. Klaus Metzl in seiner Laudatio.

Als "Freund des Lebens" charakterisierte Dr. Klaus Metzl (r.) seinen Studienfreund Ludwig Samereier.

Als "Freund des Lebens" charakterisierte Dr. Klaus Metzl (r.) seinen Studienfreund Ludwig Samereier.

Nach dem Festgottesdienst wurde der Jubilar mit einer Salve der Reischacher Böllerschützen lautstark vor der Kirche begrüßt, ebenso spielte die Reischacher Blaskapelle mit flotten Weisen auf.

Im Gasthaus Auer begrüßte Elisabeth Sigrüner im Namen des Pfarrverbandes die Gäste. Gekonnt führte sie durch das vielfältige Programm, das von der Blaskapelle Reischach und vielen Darbietungen umrahmt wurde. Natürlich musste auch der Jubilar den Taktstock übernehmen und die Blaskapelle dirigieren. Bis in die Abendstunden schien die Schar der Gratulanten, darunter auch viele "Oldtimerfreunde", kein Ende zu nehmen. Alle wollten "ihrem Pfarrer" eine Darbietung bringen.

Eröffnet wurde der Reigen durch die Peracher "Pfinsta-Sänger" mit dem Lied "Nimm dir Zeit, werde still", anschließend sangen alle Gäste das Lied "G’sundheit und a langes Leb’n/ möge der Herrgott dir geb’n". Weitere gesangliche Darbietungen kamen vom Reisch-acher Kinderchor, der Erlbacher Singgruppe "Mandala", vom Chor "Helias" aus Perach, sowie dem Kirchenchor und Singkreis aus Reischach. Im Namen der drei VG-Gemeinden gratulierten die Bürgermeister Hubert Kleinillenberger, Reischach, Franz Watzinger, Erlbach und Georg Eder, Perach.

Tänze boten die Reischacher Kindertanzgruppe und der Trachtenverein sowie die Showtanzgruppe des Reischacher Frauenbundes bei. Auch zahlreiche Gedichtbeiträge waren zu hören.

Zur Überraschung aller erklangen plötzlich Jagdhörner: Die Bläsergruppe des Kreis-Jagdverbandes Altötting brachte ihrem Jagdkameraden Ludwig Samereier ein Ständchen. Dem folgte der Auftritt des "Pfarrverbands-Chores". Dazu trugen alle Mitglieder von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltungen des Pfarrverbandes ein Lied nach der Melodie "Ein Jäger aus Kurpfalz" vor. Thematisiert wurden neben der Jagdleidenschaft des Pfarrers und seine Vorliebe für antiquarische Sachen auch um seine Kompetenz als Priester und seine Berufungen in verschieden Ämter.

Der Reischacher Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber und die stv. Vorsitzende des Pfarrverbandsrates, Elisabeth Sigrüner, überreichten dann das Geschenk der Kirchenverwaltung- und Pfarrgemeinderatsmitglieder: mit lustigen Worten übergaben sie ein Paar warme Fellstiefel für die Jagd, die wärmer seien als seine bisherigen Gummistiefel, warme Socken ohne Geruchsbildung, eine Flasche "Zielwasser", sowie eine Dose Schnupftabak.

Bis in den späten Abend erlebten die Gäste ein lebendiges Programm, das allen in bester Erinnerung bleiben wird – vor allem aber dem Jubilar. − hok

 

(ANA vom 22.02.2017)