"Schon 1500 Jahre alt – aber voll im Trend"

Pfarreifiliale Endlkirchen begeht das Fest des heiligen Sebastian in würdiger Form – Reliquienprozession und Konvent

von Konrad Hochhäusl



 

"Sebastianipfeile", wie Frauenbund-Vorsitzende Theresia Schwertfellner einen zeigt, wurden zum Kauf angeboten. Martin Peterbauer erhielt als Anerkennung eine "Sebastians-Plakette".

"Sebastianipfeile", wie Frauenbund-Vorsitzende Theresia Schwertfellner einen zeigt, wurden zum Kauf angeboten. Martin Peterbauer erhielt als Anerkennung eine "Sebastians-Plakette".

Endlkirchen. In eindrucksvoller Weise ist in der Pfarreifiliale Endlkirchen das Fest des Heiligen Sebastian gefeiert worden. Nach dem von Bischöflich Geistlichem Rat Ludwig Samereier zelebrierten Festgottesdienst erfolgte eine Prozession um die Kirche, bei der eine Reliquie des "Pestheiligen" mitgetragen wurde. Beim anschließenden Konvent im Gasthaus Auer berichtete die Vorstandschaft über das vergangene Jahr.

In seiner Festansprache erinnerte Pfarrer Ludwig Samereier an die Schrecken der Pestzeit im 17. Jahrhundert, in der rund ein Drittel der Bevölkerung Europas von der Seuche hinweggerafft wurde. Vor allem die Mitglieder der "Sebastianibruderschaften" sorgten für eine ordentliche Bestattung der zahlreichen Opfer. Auf zahlreichen Pest-friedhöfen wird ihrer heute noch gedacht. In den meisten Kirchen in der Umgebung seien Bildnisse und Figuren des heiligen Sebastian vorhanden.

Der Geistliche bezeichnete den Heiligen Sebastian als einen "bekennenden Christen, der seinen Glauben nicht verleugnet hat: Trotz mehrmaliger Folter war er ein unbestechlicher und geradliniger Amtsträger, der heute vielen als Vorbild dienen könnte". Der Gottesdienst wurde vom Reischacher Frauenbundchor unter der Leitung von Bettina Weiherer feierlich gestaltet, unter anderem auch mit dem Lied "O Heiliger Sebastian". Groß war nach dem Gottesdienst die Nachfrage nach den geweihten "Sebastianipfeilen", einem Blätterteiggebäck, das eine örtliche Bäckerei angefertigt hatte.

Reliquienprozession um die Kirche: Pfarrer Ludwig Samereier trägt die Reliquie des heiligen Sebastian. Der Prozession voran gehen die Sebstianifahne sowie die Vortragestange mit dem "Pestheiligen". − Fotos: hok

Reliquienprozession um die Kirche: Pfarrer Ludwig Samereier trägt die Reliquie des heiligen Sebastian. Der Prozession voran gehen die Sebstianifahne sowie die Vortragestange mit dem "Pestheiligen". − Fotos: hok

Beim anschließenden Konvent im Gasthaus Auer berichtete die Vorsitzende Maria Werkstetter von den Aktivitäten des vergangenen Jahres. Die Bruderschaft war, wie sie sagte, mit Abordnungen bei den Reischacher Jubiläumsveranstaltungen der Feuerwehr, des Frauenbundes, des Musikvereins, sowie der Marianischen Männerkongregation vertreten. In zwei Vorstandssitzungen wurde der Jahresablauf geplant und es wurde eine Gebetsstunde für geistliche Berufe und christliche Familien gehalten. Beim Reischacher Pfarrfamilienabend hat Maria Werkstetter die Sebastianibruderschaft vorgestellt. 17 Jubilaren konnte die Vorstandschaft zu runden Geburtstagen gratulieren.

Kassier Heinrich Freibuchner bezifferte die Einnahmen der Bruderschaft mit 1042 Euro. Der Kassenbestand konnte um rund 300 Euro aufgebessert werden.

Erfreut zeigte sich Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier über den Beitritt von Alois Auer, Johann Binder, Edith, Josef und Sebastian Brunner, Franziska Surek und Stefanie Werkstetter zur Sebastianibruderschaft, die nun die Mitgliederzahl von 150 erreicht hat.

Auf der Suche nach einer "Neuevangelisierung" hatte Bischof Dr. Stefan Oster bei seinem Besuch in Endlkirchen im Oktober 2016 die Gründung von kleinen Glaubensgruppen vorgeschlagen. "Dies ist nichts anderes, als die Bruderschaften seit Jahrhunderten schon praktizieren. Wir sind voll im Trend, obwohl wir schon 1500 Jahre alt sind", so Pfarrer Samereier.

Mit Plaketten des Heiligen Sebastian bedankte sich Pfarrer Ludwig Samereier bei der Vorsitzenden Maria Werkstetter und Martin Peterbauer, der einen Schrein für die Reliquie des Heiligen angefertigt hatte. Mit Sebastian Brunner hat der Verein wieder ein Mitglied das diesen Vornamen trägt. Auch er bekam diese Plakette ebenso wie Franziska Auer, die an diesem Tag ihren 85. Geburtstag feiern konnte.

 

(ANA vom25.01.2017)