Erstes Messopfer mit 1000 Gläubigen zelebriert

Perach feiert ein glanzvolles Fest zur Primiz von Thomas Steinberger − „Das Herz des Erlösers steht offen für alle“

Es war ein feierlicher Moment: Thomas Steinberger hebt den Kelch mit dem Messwein.  − Fotos: Kleiner

Es war ein feierlicher Moment: Thomas Steinberger hebt den Kelch mit dem Messwein.  − Fotos: Kleiner

Perach. Das ganze Dorf und viele auswärtige Gäste haben am Sonntag die Primiz mit Neupriester Thomas Steinberger gefeiert. Erstmals seit über 20 Jahren ist aus der Pfarrei wieder ein Priester hervorgegangen. Das war für ganz Perach Antrieb für ein denkwürdiges Fest mit über 1000 Menschen.

Selbst der Regen am Sonntagmorgen trübte die Freude nicht. Beim Kirchenzug zur Müllerbräuwiese und dem Festgottesdienst unter freiem Himmel musste immer wieder der Schirm herhalten.

Hunderte Gläubige aus Nah und Fern, die Ministranten und die geistlichen Mitbrüder, Erstkommunionkinder und Fahnenabordnungen, Verwandte und Freunde holten den Primizianten und seine Angehörigen vom festlich geschmückten Elternhaus ab, wo der Neupriester zunächst eine Kerze segnete.

Festleiter Sepp Stahlhofer und Prokurator Hermann Diensthuber brachten Ordnung in den prächtigen Zug mit der Geistlichkeit, den Ehrengästen und vielen Vereinsabordnungen aus Perach und Umgebung; den Takt gab die Musikkapelle Altötting unter Leitung von Wolfgang Maier an.

Ganz Perach feierte die Primiz mit Thomas Steinberger. Zu dem Gottesdienst auf der Festwiese fand sich eine große Menschenmenge ein.

Ganz Perach feierte die Primiz mit Thomas Steinberger. Zu dem Gottesdienst auf der Festwiese fand sich eine große Menschenmenge ein.

Die Freude der Pfarrgemeinde klang aus den Begrüßungsworten des Heimatpfarrers Ludwig Samereier. Er sprach von einem ganz besonderen Tag für den Pfarrverband und überschrieb die Feier mit dem Primizspruch: „Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie voll Freude schöpfen aus den Quellen des Heils.“ Trotz des Regens war der Festplatz gut gefüllt, darunter auch politische Prominenz wie Landrat Erwin Schneider, MdB Stephan Mayer und einige Bürgermeister.

Das erste Messopfer des Neupriesters im Beisein von annähernd 30 Mitbrüdern − auch die beiden mit Steinberger geweihten Pfarrer − war in einen bewegenden Gottesdienst eingebunden. Er wurde vom Festchor unter der Leitung Dr. Franz Köppl und den Peracher Bläsern mit dem Dirigenten Ludwig Sprüderer feierlich umrahmt.

Prof. Wollbold: „Alles ist so festlich und perfekt“

Gesegnete Erinnerungsbänder heftet Thomas Steinberger hier an die Fahne der Vereine.

Gesegnete Erinnerungsbänder heftet Thomas Steinberger hier an die Fahne der Vereine.

Die Festesfreude brachte auch Primizprediger Prof. Dr. Andreas Wollbold aus München zum Ausdruck. Er fand zunächst ein dickes Lob für die kirchliche und weltliche Gemeinde Perach: „Alles ist so festlich und perfekt; man sieht frohe Gesichter und eine Ortsgemeinschaft, die wirklich zusammenhält.“ Hier und in Altötting habe der Marienverehrer Thomas Steinberger den Ruf Christi gehört und „der Herr hat ihn als Boten der Wahrheit auserwählt. Auch in unserer Zeit beruft Gott Menschen, die zur Wahrheit Christi stehen“, sagte er. Er bedauerte, dass die Gesellschaft Gefahr laufe, geistig zu verkümmern, dass ein neues Heidentum entstehe. „Ein echter Christ steht zu Gott und der Kirche, selbst wenn einzelne Pfarrer einmal wanken. Ein Priester geht auch den verlorensten Schafen nach und lässt nicht aus dem Konzept bringen, fuhr er fort und fand es schön und passend, dass der Primizgottesdienst unter das Motto: „Maria Patrona Bavariae“ gestellt wurde: „Wer sich unter den mütterlichen Schutz Mariens stellt, kann nicht verloren gehen“, betonte der der Professor.

Beim Festzug zum Mittagessen genießt der Neupriester das Bad in der Menge.

Beim Festzug zum Mittagessen genießt der Neupriester das Bad in der Menge.

Ergriffen erhoben sich die Gläubigen zum Schluss zum Primizsegen, dem eine besondere Kraft zugeschrieben wird. Der Neupriester segnete einige Erinnerungsbänder und heftete sie an die Vereinsfahnen an. Von Herzen dankte er den vielen Menschen, die bei der Vorbereitung und Mitgestaltung des Festes geholfen und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hatten.

Beim Rückmarsch des Festzuges mit vielen Zaungästen am Weg erschien dann auch noch die Sonne am Himmel; so kamen die festlich herausgeputzten Häuser und Straßen noch besser zur Geltung. Im Festzelt schloss sich ein buntes Nachmittagsprogramm an.

 

(ANA vom 28.06.2011)