Viele Informationen und gute Unterhaltung

150 Besucher beim Reischacher Pfarrfamilienabend – Rege Nutzung: Das Pfarrheim im alten Pfarrhof soll umgebaut werden

 


 

Mit lustigen Gesängen trug der "Martini-Vierg’sang", auf der Diatonschen Ziach begleitet von Simon Zöbl, zum Gelingen des Pfarrfamilienabends bei. − Fotos: Hochhäusl

Mit lustigen Gesängen trug der "Martini-Vierg’sang", auf der Diatonschen Ziach begleitet von Simon Zöbl, zum Gelingen des Pfarrfamilienabends bei. − Fotos: Hochhäusl

Reischach. Ein informativ-unterhaltsames Programm haben rund 150 Besucher beim Pfarrfamilienabend im Reischacher Hof erlebt. Es gab Informationen vom Pfarrgemeinderat und den Kirchenverwaltungen, Musik lockerte das Programm auf.

Mit dem Lied "Griaß euch Gott, ihr lieben Leut, Pfarrfamilienabend ist heut" begrüßte der Kinderchor unter Leitung von Bettina Weiherer die Gäste. Hilde Baumer und Benjamin Auer vom Pfarrgemeinderat hießen auch dazu alle hauptamtlichen Mitarbeiter, die Mitarbeiter des Kindergartens und der Ambulanten Krankenpflege, sowie Vertreter der politischen Gemeinde willkommen und führten locker durchs Programm.

35 Mitarbeiter, 13 Bauten und 400 Gräber Einen Rückblick auf das vergangene Jahr gab der Reischacher Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber. Die "Firma Kirche" beschäftige 35 Mitarbeiter, es seien 13 bauliche Objekte und 400 Gräber zu verwalten. Es seien viel bürokratischer Aufwand und eine solide Personal- und Finanzplanung nötig, um allem gerecht zu werden. Erst kürzlich habe eine sicherheitstechnische Überprüfung aller kirchlichen Objekte stattgefunden. Nun müsse der 111-seitige Prüfungsbericht, der zum Teil auch "unsinnige" Punkte aufweise, abgearbeitet werden. Beim diesjährigen Kirchenhaushalt werde mit 112000 Euro Ausgaben gerechnet, so Demmelhuber. Die Mehreinnahmen von rund 12000 Euro beruhen auf Mieteinnahmen. Ohne diese könnte der Haushalt trotz 13000 Euro Zuschuss der Diözese möglicherweise nicht ausgeglichen werden.

Glückwünsche nahm Martin Peterbauer (Mitte) von Edith Brunner und Ludwig Samereier entgegen.

Glückwünsche nahm Martin Peterbauer (Mitte) von Edith Brunner und Ludwig Samereier entgegen.

Da das Pfarrheim im "alten Pfarrhof" rege genutzt werde, sei für die nächsten Jahre ein Umbau geplant. Dabei soll ein ebenerdiger Veranstaltungsraum geschaffen werden. Das 2015 geschaffene neue Pfarrbüro gelte als Vorzeigeobjekt für das ganze Bistum.

Der Kindergarten werde derzeit von 80 Kindern besucht. Für die nächsten Monate lägen bereits Anmeldungen vor, so dass bald eine Vollauslastung erreicht werde. Es würden auch Flüchtlings- und Migrantenkinder betreut. Erstmals konnte im Vorjahr ein Überschuss erzielt werden, wegen geplanter Investitionen werde dies in den nächsten Jahren jedoch nicht mehr der Fall sein.

Bei der ambulanten Krankenpflege seien elf Pflegekräfte angestellt. Diese betreuen 90 Patienten und hätten dazu mit fünf Pkw eine Fahrleistung von 100000 Kilometern erbracht. Bei der komplizierten Abrechnung leiste Robert Unterstraßer wertvolle Hilfe; der Fuhrpark werde von Hans Gottschaller vorbildlich betreut. Der Haushalt dieser Einrichtung beläuft sich auf 370000 Euro, wobei ein Überschuss von 12000 Euro erzielt werden konnte.

Für die Filialkirche Endlkirchen sprach Kirchenpfleger Martin Peterbauer. Als "Mammutleistung" bezeichnete er die Renovierung der Filialkirche St. Michael, deren Kosten sich auf 140000 Euro belaufen. Mit rund 1000 freiwilligen Arbeitsstunden, zum Teil bei 30 Grad Hitze, habe man die Kosten enorm reduzieren können. Durch Geld- und Materialspenden, sowie den Zuschuss der Bischöflichen Finanzkammer konnte so viel aufgebracht werden, dass die relativ geringen Rücklagen für das große Projekt ausgereicht haben. Ein großer Tag für Endlkirchen war der 3. Oktober, an dem Bischof Dr. Stefan Oster einen Pontifikalgottesdienst zum Abschluss der Renovierungsarbeiten feierte und dabei den von Martin Peterbauer angefertigten Schrein für die "Sebastians-Reliquie" segnete (der Anzeiger berichtete). Derzeit werde an der Fertigstellung einer WC-Anlage, sowie eines Lagerraumes für den Friedhof gearbeitet, für die auch schon 400 Arbeitsstunden geleistet wurden.

Eine besondere Ehre wurde Matin Peterbauer zuteil: Am Vortag hatte er seinen Namens- und den 80. Geburtstag gefeiert (der Anzeiger berichtete). Dazu trug Hilde Baumer ein selbst verfasstes Gedicht vor, in dem sein unermüdliches Schaffen treffend geschildert ist. Pfarrer Ludwig Samereier und die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Edith Brunner, gratulierten dem Jubilar mit einem Präsent.

Mit einer Bilderschau ließ Edith Brunner das vergangene Jahr aus Sicht des Pfarrgemeinderates Revue passieren. Sie erinnerte unter anderem an die Vorbereitung der großen Kirchenfeste, an die Erstkommunion und die Firmung durch Abt Rhabanus Petri aus Schweiklberg. Die Mitglieder von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung nahmen an Einkehrtagen teil und besichtigten das Geburtshaus von Papst Benedikt in Marktl. An den "Exerzitien im Alltag" beteiligten sich 15 Personen. Zusammen mit der Landjugend wurde ein "Ehrentag des Alters" organisiert, zum Ehejubiläum gratulierte man 17 Jubelpaaren.

Im vorigen Jahr wurde eine "Ideenkiste" eingerichtet, über deren Inhalt Gemeindereferent Hans Salzinger berichtete. Darin wurde mehrfach die musikalische Gestaltung der Messen angesprochen, das Ziel sei ein Miteinander von Chor und Gottesdienstbesuchern. Auch das Anbringen von Bildern der Täuflinge wurde angeregt. Positiv sehe er die Gestaltung der Maiandachten durch Laien.

Als "Lebenden Baustein" stellte Maria Werkstetter die Endlkirchner Sebastianibruderschaft vor: 1558 als Allerseelenbruderschaft gegründet, wurde sie 1886 dem hl. Sebastian gewidmet. Seit 1992 ziert eine Figur des Heiligen den Hochaltar. Die Sebatianibruderschaft war 1986 vom damaligen Pfarrer Heribert Unterhuber wieder belebt worden und zählt derzeit 150 Mitglieder. Besonders stolz sei man auf den Besitz einer Reliquie des Heiligen, für die Martin Peterbauer einen Schrein geschaffen hat.

Einbrüche, Hochwasser – aber auch schöne FesteBischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier sagte, 2016 werde in Erinnerung bleiben – in schlechter wegen der Einbrüche in Pfarrbüro und Pfarrhaus, sowie der Hochwasserkatastrophe im Rottal. Positiv bleibe hingegen der Jahresablauf mit den vier großen Jubiläumsfeiern von Frauenbund, Feuerwehr, Musikverein und Marianischer Männerkongregation im Gedächtnis. Hierbei habe man den Zusammenhalt der Reischacher gespürt. Besonders freue er sich, dass zahlreiche Heilige eine besondere Verehrung erfahren. So würden in der Pfarrei stets Feiern zu Ehren von Elisabeth, Martin, Sebastian, Leonhard und Nikolaus abgehalten. Erfreut zeigte sich der Pfarrer über das Engagement der Kirchenmusiker sowie aller haupt- und ehrenamtlichen Helfern im kirchlichen Dienst.

Von allen Besuchern bewundert wurde der virtuelle Flug über Reischach, von Gerhard Waitzhofer mit seiner Drohne aufgenommen worden war. Auch Bilder von Veranstaltungen im Lauf des Jahres, sowie alte Ansichten von Reischach erfreuten alle Anwesenden.

Zur Unterhaltung trugen neben dem Kinderchor auch der Jugendchor unter Leitung von Veronika Vorbucher, der Singkreis um Klaus Hölzlwimmer, sowie der "Martini-Vierg’sang" bei. − hok

 

(ANA vom 16.11.2016)