Großes Fest des Glaubens gefeiert

250 Jahre Marianische Männerkongregation: 24 MC-Ortsverbände und 22 Ortsvereine waren dabei



 

Ein langer Festzug, voran die Fahnen des Festvereins, der Marianischen Männerkongregation Reischach, bewegte sich durch die Straßen von Reischach. − Fotos: Hochhäusl

Ein langer Festzug, voran die Fahnen des Festvereins, der Marianischen Männerkongregation Reischach, bewegte sich durch die Straßen von Reischach. − Fotos: Hochhäusl

Reischach. Ein eindrucksvolles Glaubensbekenntnis war die Feier zum 250. Jubiläum der Marianischen Männerkongregation (MC) Reischach am Sonntag. Diese Glaubensgemeinschaft ist die mit Abstand älteste Vereinigung im weiten Umkreis. Vorstand Konrad Sigrüner-Kasböck hieß 24 MC-Ortsverbände aus Ober- und Niederbayern sowie 22 Ortsvereine willkommen.

Den feierlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin zelebrierte MC-Generalpräses Pater Georg Gremel. Mit ihm standen Ortspräses BGR Rat Ludwig Samereier, der ehemalige Reischacher Pfarrer Heribert Unterhuber sowie der in Reischach geborene Pfarrer von Arnstorf, Bernhard Saliter als weitere Zelebranten am Altar. Die Schirmherrschaft hatte der Präfekt der Zentralkongregation Altötting, Stefan Burghart.

"Sie vermeiden nicht das Schwierige" Ein langer Zug mit 46 Vereinen bewegte sich unter den Klängen der Reischacher Musikkapelle vom Sportplatzgelände zur Pfarrkirche. Zu den Klängen der Blaskapelle sangen die Festbesucher in der voll besetzten Kirche die Lieder der Haydn-Messe. Der Untererlbacher Zweig’sang steuerte besinnliche Lieder bei.

Beim Festgottesdienst: Pfarrer Bernhard Saliter (von links), Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier, Generalpräses Bruder Georg Greimel und der ehemalige Reischacher Pfarrer Heribert Unterhuber am Altar.

Beim Festgottesdienst: Pfarrer Bernhard Saliter (von links), Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier, Generalpräses Bruder Georg Greimel und der ehemalige Reischacher Pfarrer Heribert Unterhuber am Altar.

In der Festpredigt nannte Bruder Georg Greimel die Sodalen, wie die Mitglieder der Kongregation heißen, als Männer des Glaubens und der Kirche, die insbesondere die Gottesmutter verehren. Sie lassen sich auf das ein, was die Kirche anbietet, sie vermeiden nicht das Schwierige und suchen sich nicht nur das Angenehme heraus. Die MC sei weder Orden noch Säkularinstitut, sondern Laiengemeinschaft mit geistlichem Anspruch. Für die Sodalen gelten auch die Ansprüche Jesu. In Bezug auf das Tagesevangelium prangerte er den allgemeinen Gigantismus und die vielen Kriege an, die so viele Menschenleben kosten würden. Der Prediger ging auf die Rolle der Familie ein: Vieles sei liberaler geworden, es werde mehr geredet und nicht mehr so viel diktiert. Die Meinung von Kindern und Jugendlichen werde heute ernst genommen. "Jesus kennt die Sehnsucht junger Menschen frei zu sein, meint jedoch nicht eine Freiheit ohne Grenzen!" Er fordert Respekt, wenn sich junge Leute zu ihrem Glauben bekennen: "Jeder Mensch muss sich selbst treu sein und dies kann sehr schwierig sein, denn jeder kann zunächst nur einen Weg gehen oder einem Menschen treu bleiben."

Als Dank für seine Bemühungen um das Jubiläum überreicht Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier (links) an Ortsobmann und Festleiter Konrad Sigrüner-Kasböck ein wertvolles Bronzekreuz.

Als Dank für seine Bemühungen um das Jubiläum überreicht Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier (links) an Ortsobmann und Festleiter Konrad Sigrüner-Kasböck ein wertvolles Bronzekreuz.

Abschließend forderte Pater Greimel die Sodalen auf, sich nicht aufzureiben in Konflikten um Unnützes. Der gemeinsame Blick müsse sich stets auf Jesus richten, denn sein Programm habe andere, bessere Schwerpunkte. Bei der Pflege des Familiengebets seien die Eltern und Großeltern gefordert, "denn nur mit dem Beten bleibt der Glaube am Leben". Wenn dies gelingt, sei dies ein Grundstock für die nächsten 250 Jahre der MC.

Beim anschließenden Festakt in der neuen Reischacher Stockschützenhalle galt der besondere Gruß von Ortsobmann und Festleiter Konrad Sigrüner-Kasböck MdB Stephan Mayer und MdL Dr. Martin Huber, dem stv. Landrat Konrad Heuwieser, 2. Bürgermeister Hubert Kleinillenberger sowie Ortsheimatpfleger Alois Stockner. Er begrüßte aus den Reihen der MC Sekretär Peter Reiser, sowie den ehemaligen Präfekten Maximilian Posch. Seinen Dank richtete Konrad Sigrüner-Kasböck vor allem an den Festausschuss, der die Feier vorbereitet und die Festschrift entworfen hatte.

Schirmherr Stefan Burghart steht als Präfekt der Altöttinger Zentralkongregation an der Spitze von rund 11000 Sodalen, die 215 Ortsgruppen in den Diözesen Passau, Regensburg und München-Freising angehören. Er erinnerte in seiner Festrede an das Jahr 1599, als sich die ersten Männer versammelt hatten, um eine Glaubenskongregation zu gründen. In Reischach geschah dies nachweislich im Jahr 1766, also vor 250 Jahren. Diese Ortsgruppe sei mit 230 Mitgliedern die größte im Betreuungsgebiet der Altöttinger Zentralkongregation.

"Mit 250 Jahren: Nicht alt, sondern erfahren!" In Bayern stelle die Marienverehrung einen wichtigen Bestandteil im Kirchenjahr dar, davon zeugen viele Bildstöcke, Kirchen und Kapellen. Weder Säkularisation noch Nationalsozialismus oder die heutige aufgeklärte Zeit hätten den unzähligen Wallfahrten ein Ende setzen können. In der früheren, oft kargen Zeit hätten Gleichgesinnte durch in den Kongregationen im Gebet Halt und Sicherheit gefunden und wieder Kraft schöpfen können, so der Schirmherr. Aufgabe der Sodalen sei, ein lebendiger Teil der Kirche zu sein. Auch heute noch sollen gemeinsame Konvente, Ausflüge und Gebetstreffen die Gemeinschaft und den Glauben stärken. Als vorbildlichen Sodalen nannte der Schirmherr den seligen Franz Jägerstetter, der aus christlicher Überzeugung den Kriegsdienst verweigert hatte und deswegen zum Tod verurteilt wurde. Weitere überzeugte Sodalen waren Pater Rupert Mayer, der Heilige Bruder Konrad, wie auch Papst emeritus Benedikt XVI. In Bezug auf das Alter der Kongregation meinte der Schirmherr abschließend: "Mit 250 Jahren ist man nicht alt, sondern erfahren."

Bruder Georg Greimel erinnerte daran, dass die Reischacher Kongregation durch den damaligen Pfarrer Heribert Unterhuber wieder aktiviert wurde und Pfarrer Ludwig Samereier diesen Erfolg weiterführe. Die erstellte Festschrift, so Greimel, halte ein Stück Reischacher Geschichte fest. Er überraschte die Festbesucher, als er auf der Klarinette ein Stück mit der Blaskapelle spielte.

Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier nennt sich selbst einen überzeugten Sodalen, der von seinen Vorfahren geprägt wurde. Sein Großvater hatte 45 Mal bei Wallfahrten die Kongregationsfahne von Postmünster nach Altötting getragen. Im gesamten Pfarrverband sei es ihm gelungen, die Anzahl der Sodalen zu steigern. Als Dank für die Verdienste um die Marianische Kongregation überreichte er mehreren Personen wertvolle Bronzekreuze. − hok

 

(ANA vom 6.9.2016)