250-Jahr-Feier der MC schließt Jubiläumsreigen

Ursprünge reichen bis 1766 zurück – Das wird mit einem Festtag am 4. September begangen – 225 Sodalen in der Kongregation




 

Festzüge bei Ortsvereinsjubiläen hat die MC Reischach im Lauf der Zeit viele mitgestaltet, so wie hier beim 80-jährigen Gründungsfest des Bienenzuchtvereins im Jahr 2005. Neben Fähnrich Hans Vorbuchner führt den Zug MC-Obmann Konrad Sigrüner-Kasböck (rechts) an, als Taferl-Bua war Jonas Kasböck dabei. − Fotos: red

Festzüge bei Ortsvereinsjubiläen hat die MC Reischach im Lauf der Zeit viele mitgestaltet, so wie hier beim 80-jährigen Gründungsfest des Bienenzuchtvereins im Jahr 2005. Neben Fähnrich Hans Vorbuchner führt den Zug MC-Obmann Konrad Sigrüner-Kasböck (rechts) an, als Taferl-Bua war Jonas Kasböck dabei. − Fotos: red

Reischach. Drei große Jubiläen – Feuerwehr, Frauenbund und Musikverein – hat die Holzlandgemeinde in diesem Jahr bereits gefeiert. Jetzt steht mit der 250-Jahrfeier der Marianischen Männerkongregation (MC) ein weiteres Großereignis und der Abschluss des Jubiläumsjahres an. Die Reischacher Ortsgruppe will ihr Bestehen seit sage und schreibe einem Vierteljahrtausend am Sonntag, 4. September, mit einem Festtag begehen.

Eröffnet worden war das Jubeljahr bereits mit der Weihe der neuen Vereinskerze zu Maria Lichtmess in der Pfarrkirche St. Martin. Die Reischacher Ortsgruppe ist die größte Kongregationsgemeinschaft innerhalb der Altöttinger Sodalität, die ihrerseits bereits auf eine Gründung im Jahr 1599 durch die Jesuiten zurückblicken kann. Erst Generationen später, mindestens aber seit 1766, ist in der Pfarrei Reischach die Marianische Männerkongregation urkundlich nachweisbar. Als historischer Anhaltspunkt dient hier die Pfarrchronik: Im ältesten noch vorhandenen "Pfarrlichen Verkündbuch" von 1767 bis 1770 sind Messintentionen mehrerer Reischacher Männer für "verstorbene Brüder aus der Congregation" aufgeführt.

Seit dem Jahr 2001 leitet er den MC als Obmann: Konrad Sigrüner-Kasböck.

Seit dem Jahr 2001 leitet er den MC als Obmann: Konrad Sigrüner-Kasböck.

MC-Obmann Konrad Sigrüner-Kasböck, wie auch sein Vorgänger, hat darin klare Beweise dafür gesehen, dass sich Reischacher Pfarrangehörige schon vor 250 Jahren in die Marianische Kongregation als Sodalen haben aufnehmen lassen. Die schlimme Zeit der Säkularisation anfangs des 19. Jahrhunderts und auch die verschiedenen Kriege haben indes die Reischacher Gemeinschaft nicht auflösen können. Das im Pfarrarchiv aufliegende "Verzeichnis sämtlicher Mitglieder der Marianischen Congregation aus dem Seelenbezirk Reischach" aus dem Jahr 1900 weist 307 Namen auf, davon 23 Neuaufnahmen allein im genannten Jahr. Bis 1930 ist die Mitgliederzahl auf 340 angewachsen, was die damalige Kirchenverwaltung veranlasste für die Kongregation eine Fahne für den zu der Zeit stattlichen Betrag von 228 Mark zu beschaffen. Diese sollte im Geschichtsverlauf über ein halbes Jahrhundert lang sichtbares Symbol des Männerverbundes sein. Erst zur 225-jährigen Gründungsfeier im Jahr 1991 wurde eine neue, größere Fahne beim Festgottesdienst geweiht. Die Mitgliederzahl war damals durch zahlreiche Gefallene und Vermisste des Zweiten Weltkrieges auf nur mehr rund 150 Sodalen zusammengeschrumpft.

Ein neues Kapitel MC-Geschichte wurde aufgemacht, als Obmann Johann Reischl 2001 nach 32 Jahren den Vorsitz an Konrad Sigrüner-Kasböck übergab. Sigrüner-Kasböck schaffte es in seiner bis jetzt 15-jährigen Amtszeit die Ortsgruppe wieder auf 225 Sodalen aufzustocken. Dem damaligen Ortspräses Pfarrer Heribert Unterhuber und seinem Nachfolger Pfarrer Ludwig Samereier habe er diesbezüglich viel zu verdanken, sagt er: "Ohne deren Einsatz hätten wir den heutigen Sodalenstand nicht".

Begonnen wird der Festsonntag, 4. September, ab 8 Uhr mit dem Empfang der Vereine an der neuen Stockschützenhalle am Sportplatz und einem Weißwurstfrühstück. Um 9.30 Uhr geht es im Kirchenzug zur Pfarrkirche St. Martin, wo um 10 Uhr der Festgottesdienst abgehalten wird. Im Anschluss führt der Festzug zum gemeinsamen Mittagessen zur Stockschützenhalle. Festansprachen und die Überreichung der Erinnerungsgeschenke stehen danach auf dem Programm.

Die anschließende Dankandacht zur Jubiläumsfeier will die Kongregation am Freitag, 9. September, um 19 Uhr an der Marienfigur im Hof des Pfarrheimes feiern. Das Totengedenken wird bereits vor dem Fest am Donnerstag, 1. September, ebenfalls um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin stattfinden. − mbu

Ein "Sodale" – was ist das?Im Zusammenhang mit der Marianischen Männerkongregation ist immer wieder die Rede von "Sodalen". Das Wort kommt vom Lateinischen "Sodalitas" – "Kameradschaft, Verbrüderung. Darunter versteht man einen Christen, der sich solidarisch mit der katholischen Kirche fühlt und sich für das eigene Heil und das Heil der Mitmenschen im Sinne Mariens – der Mutter aller Gläubigen – einsetzt. Die Sodalen, wie sich die Mitglieder der Kongregation nennen, stellen sich dem Anspruch Gottes im täglichen Leben, in der eigenen Umwelt und in den Anforderungen der Zeit. Kongregation bedeutet somit Gemeinschaft in Christus. Daher findet die Kongregation ihre Mitte in der Feier der Heiligen Eucharistie. Die Zentralkongregation Altötting umfasst 215 Ortsgruppen in den Diözesen Passau, Regensburg und München-Freising mit rund 11 000 Sodalen. (Quelle: Jubiläumsfestschrift MC Reischach).

 

(ANA vom 23.08.2016)