Große Feier: 120 Jahre Pfarrei Arbing

Dankgottesdienst mit Domkapitular Josef Ederer – Erinnerungstafel zu Ehren Rupert Schießleders


 


 

Ein feierlicher Festzug bewegte sich durch das Dorf Arbing.

Ein feierlicher Festzug bewegte sich durch das Dorf Arbing.

Arbing. In einem festlichen und erhebenden Dankgottesdienst mit Domkapitular Josef Ederer aus Passau hat die Pfarrei St. Georg ihr 120- jähriges Bestehen gefeiert.

Josef Ederer feierte in Konzelebration mit dem Ortgsgeistlichen Bischöflich-Geistlichem Rat Ludwig Samereier sowie den früheren Ortspfarrern Heribert Unterhuber und Willi Wagner einen eindrucksvollen Festgottesdienst. Musikalisch umrahmte der Arbinger Kirchenchor unter der Leitung von Gilsela Huber die Messe.

Im Mittelpunkt stand auch die Enthüllung und Weihe einer Gedenktafel für Rupert Schießleder, der am 19. September 1889 in Kastengrub das Licht der Welt erblickt hatte. Seine Mutter Maria heiratete später auf einem Bauernhof im benachbarten Großweiher, Pfarrei Arbing, jetzigen Naglmeier, ein. Er wuchs dort bis zu seinem 14. Lebensjahr auf und wanderte am 13. September 1904 nach Amerika aus mit dem Ziel, in der Benediktiner Abtei St. Leo in Florida sein Leben zu gestalten. Als Francis Sadlier besuchte er im Jahre 1953 nochmals die Pfarrei Arbing, bevor er am 29. November 1962 im Alter von 73 Jahren als Abt der dortigen Abtei verstarb. Pfarrer Ludwig Samereier nahm das 120-jährige Bestehen der Pfarrei zum Anlass, um mit einer Gedenktafel an Abt Francis Sadlier zu erinnern.

Sie zelebrierten den Gottesdienst: Pfarrer Heribert Unterhuber (von links), Pfarrer Ludwig Samereier, Domkapitular Josef Ederer und Pfarrer Willi Wagner.

Sie zelebrierten den Gottesdienst: Pfarrer Heribert Unterhuber (von links), Pfarrer Ludwig Samereier, Domkapitular Josef Ederer und Pfarrer Willi Wagner.

Von viel Herzlichkeit geprägt war das Treffen mit dem Passauer Domkapitular Josef Ederer. Er stellte schon in seiner Begrüßung die wichtige Rolle des Gotteshauses für die gesamte Dorfgemeinschaft heraus. Nicht nur seit der Gründung der Pfarrei am 1. Juli 1896 präge christliches Leben das Dorf Arbing mitten im Herzen des Holzlandes, so Ederer: Unterlagen würden beweisen, dass bereits im 12. Jahrhundert in einem kleinen Kirchlein in Arbing Freude und Trauer, Dankbarkeit und Wehmut dem Herrgott vorgetragen worden seien. Mit Blick auf 120 Jahre Pfarrei und 35 Jahre Bestandteil des Pfarrverbands Reischach unternahm er einen Streifzug in die Vergangenheit und Gegenwart.

Die beiden Nichten von Rupert Schießleder, Rosi Maihofer (links) und Maria Hartl, wohnten der Weihe der Gedenktafel bei.

Die beiden Nichten von Rupert Schießleder, Rosi Maihofer (links) und Maria Hartl, wohnten der Weihe der Gedenktafel bei.

In seiner Predigt stellte Josef Ederer das umfangreiche und durchaus geheimnisvolle Evangelium der heiligen Martha in den Mittelpunkt. Gerade von den vielen guten Marthas lebe jede Pfarrei. Mit nachdenklichem Unterton stellte er fest, dass äußerlich die Gotteshäuser wunderbar in der Landschaft stehen – "aber wie schaut es in den Herzen der Christen aus?" – Für sehr viele sei es mittlerweile schwierig, am Sonntag für eine Stunde Computer, Smartphone oder Büro mit dem Gotteshaus zu vertauschen. Gerade diese Feststellung bedeute immer wieder eine Herausforderung für den Menschen. Regelmäßig solle man sich die Frage stellen, ob es in der Glaubensfrage um Gott oder einen selbst geht. Dabei sei es Jesus Christus, der jeden Christen sende und den Weg zu einem erfüllten Leben zeige.

Als besonderer Tag werde der 17. Juli 2016 in die Geschichte der Pfarrei eingehen, so Ederer. Er erinnerte ferner an den frommen Burschen Rupert Schießleder, der bis zu seiner Auswanderung sicherlich oft in der Kirche St. Georg gebetet habe mit dem Ziel, immer dem Herrgott nahe zu sein. Als Abt Francis habe er viel Gutes für die Menschen getan.

Mit einem Festzug durch das Dorf hatte die weltliche Feier im Rahmen des Pfarrfestes begonnen. Daran beteiligten sich alle Ortsvereine. Den passenden Rahmen im Gerätehaus gab die Blaskapelle Reischach. An den gut gefüllten Tischen wurde gesellig das 120-jährige Bestehen der Pfarrei in Erinnerung gebracht. Im Mittelpunkt stand auch hier immer wieder Rupert Schießleder, der mit der Erinnerungstafel nun einen würdigen Platz in Arbing gefunden hat.

Groß war die Freude über die Anwesenheit von Verwandten dieses in die Ferne gegangenen Arbingers, darunter auch die beiden Nichten Rosi Maihofer aus Hirschhorn (92 Jahre) und Maria Hartl (94) aus Perach, die von ihren persönlichen Begegnungen mit ihm erzählten. − gh

 

(ANA vom 19.7.16)