"Gemeinsam sind wir stark"

Zweigverein Reischach des Katholischen Deutschen Frauenbundes feiert 50-jähriges Jubiläum


 


 

Regenschirme waren gefragt: Nach Gottesdienstende fing es beim Festzug zum Oberwallner-Saal zu regnen an. − Fotos: Buchberger

Regenschirme waren gefragt: Nach Gottesdienstende fing es beim Festzug zum Oberwallner-Saal zu regnen an. − Fotos: Buchberger

Reischach. "Fünfzig Jahr sind’s": Mit diesem gemeinsamen Lied nach der Melodie "Kuckuck, ruft’s aus dem Wald" haben die Vorstandsdamen des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) Reischach am Sonntag gesanglich auf den Festakt zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Oberwallner-Saal eingestimmt.

Zuvor feierte der Jubelverein allerdings einen eindrucksvollen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin. Die drei weiteren Zweigvereine des Reischacher Pfarrverbandes aus Arbing, Erlbach und Perach und eine stattliche Anzahl von Ortsvereinen, dazu viele Kirchgänger waren mit dabei. Zelebriert wurde der Gottesdienst von Pfarrer Ludwig Samereier und dessen Vorgänger Pfarrer i.R. Heribert Unterhuber.

Samereier ging in der Predigt auf das Motto des Jubelvereins ein: "Gemeinsam sind wir stark". Er wünsche sich, dass dieses Motto auch für die Zukunft in der Zusammenarbeit zwischen Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und Frauenbund Bestand haben werde. Dass der Frauenbund das Kirchenjahr tagein tagaus mitgestalte, sei nicht hoch genug zu loben. Es sei "etwas Wertvolles für unser kirchliches Brauchtum", was die Frauengemeinschaft immer wieder neu beisteuere, immer wieder Geld in neuen Aktionen zusammenbringe und oft in ihrer langen Geschichte der Kirche gespendet habe, sagte er. "Vieles ist durch eure Arbeit erst möglich geworden."

Eingerahmt von 2. Vorsitzender Rosemarie Kaiser (hinten v.l.), Diözesanvorsitzender Bärbel Benkenstein-Matschina sowie 1. Vorsitzender Käthi Niederhuber (re.) trafen sich die Gründungsdamen zum Erinnerungsbild.

Eingerahmt von 2. Vorsitzender Rosemarie Kaiser (hinten v.l.), Diözesanvorsitzender Bärbel Benkenstein-Matschina sowie 1. Vorsitzender Käthi Niederhuber (re.) trafen sich die Gründungsdamen zum Erinnerungsbild.

Im Verlauf des Gottesdienstes, den die Damen der Vorstandschaft aktiv mitgestaltet hatten, entzündete Vorsitzende Käthi Niederhuber die frischgeweihte Vereinskerze. Musikalisch umrahmt hatte die Eucharistiefeier der Singkreis unter Leitung von Klaus Hölzlwimmer. Den Glanzpunkt setzte eine 14-Jährige: Anna Lena Niederhuber, Enkelin der Vorsitzenden, sang mit beeindruckender Stimme den Leonard Cohen-Klassiker "Hallelujah".

Pech hatte die Feiergemeinschaft nach dem Gottesdienst: Der Regenschirm war für den von der Blaskapelle Reischach angeführten, langen Festzug das wichtigste Utensil. Bei der weltlichen Feier war die Ehrung der Gründungsmitglieder ein Höhepunkt. Von den 23 Gründerinnen waren 19 Frauen anwesend: Sie erhielten zum Dank für ihre Vereinstreue Ehrenurkunden sowie die Anstecknadeln in Gold des KDFB. Es sind dies: Angela Auer, Irmgard Barthuber, Elisabeth Baumer, Corona Brandmüller, Anna Demmelhuber, Anna Groß, Cilli Hansbauer, Theresia Hautzinger, Elfriede Hölzlwimmer, Genoveva Hölzlwimmer, Anna Kaiser, Barbara Keck, Regina Kellhuber, Irma Kochseder, Cilli Maier, Berta Niederhuber, Therese Niederhuber, Anna Rothenaicher, Hilde Schreiner, Elisabeth Waitzhofer, Christine Waldher, Franziska Wimmer und Rosa Wimmer.

Vorsitzende Käthi Niederhuber entzündet vor den Augen von Pfarrer i.R. Heribert Unterhuber (li.) und Pfarrer Ludwig Samereier die Vereinskerze.

Vorsitzende Käthi Niederhuber entzündet vor den Augen von Pfarrer i.R. Heribert Unterhuber (li.) und Pfarrer Ludwig Samereier die Vereinskerze.

Niederhuber erinnerte an die Beweggründe der damals 39 Frauen, den Zweigverein zu gründen: "Frauen für Frauen – gemeinsam sind wir stark". Man sei stolz, aus dieser kleinen Gruppe ein lebendiges Vereinswesen geschaffen zu haben, ohne das das kirchliche und gesellschaftliche Leben am Ort nicht mehr denkbar sei. "Mit rund 300 Mitgliedern ist fast jede dritte Frau in unserem Ort beim Frauenbund", stellte sie fest.

Die Passauer Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschina dankte den Frauen für die gelebte Gemeinschaft. Der Reischacher Zweigverein stelle auf Diözesanebene stolze ein Prozent der Mitglieder. In der Gründungsphase des KDFB vor einhundert Jahren hätten die Frauen keine Rechte gehabt, sagte sie. Man habe die letzten 50 Jahre vieles für die Frauen erreicht, "weil wir mit einer Stimme gesprochen haben".

Bürgermeister Herbert Vilsmaier dankte dem Zweigverein für die "hervorragende Arbeit für den Ort". Wörtlich sagte er: "Bringt euch weiterhin so aktiv und rührig in das öffentliche Leben ein, gestaltet die Reischacher Dorfgemeinschaft mit." Grußworte der Altöttinger Dekanatsleitung sprach Karin Bartinger: "Respekt, dass ein Ort so zusammenhält." − mbu

(ANA vom 21.06.2016)