Bauvorhaben prägten das Kirchenjahr 2015

Informativer und unterhaltsamer Pfarrfamilienabend – Wechsel der Pfarrvikare

 

Mit einer heiteren Einlage hat die Mesnerschaft den Reischacher Pfarrfamilienabend bereichert. Sie hatten dargestellt, wie turbulent es vor dem Gottesdienst in der Sakristei sein kann. Der Mesner, dargestellt von Hauptmesner Martin Nock (links) ist in der Sakristei das "Mädchen für Alles".

Reischach. Ein abendfüllendes Programm wurde den mehr als 200 Gästen beim Pfarrfamilienabend im Gasthaus "Reischacher Hof" geboten. Neben den Berichten der Kirchenverwaltungen und des Pfarrgemeinderates unterhielten mehrere Chöre und Gesangsgruppen die Gäste. Viel Beifall erhielten die Mesner mit ihrem kleinen Theaterstück. Sie hatten dargestellt, wie turbulent es vor dem Gottesdienst in der Sakristei sein kann. Der Mesner, dargestellt von Hauptmesner Martin Nock ist in der Sakristei das "Mädchen für alles". Eine telefonische Anfrage nach Inschrift und Größe des Altartuches für Weihnachten beantwortete er zur Belustigung der Zuhörer mit: "Ein Kind ist uns geboren, vier Meter lang und zwei Meter breit".

Mit einem Lied wurden die Gäste vom Kinderchor unter der Leitung von Bettina Weiherer begrüßt. Danach wurden Sara Thumser, Stefanie Maier, Eva Schmidt und Leonie Weiherer mit einem kleinen Geschenk aus der Schar der jungen Sänger verabschiedet.

Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates Hildegard Baumer und Konrad Hinterwinkler führten durch das Programm des Abends.

Von den umfangreichen Renovierungsarbeiten an der Filialkirche Endlkirchen berichtete Kirchenpfleger Martin Peterbauer. Von den veranschlagten Kosten von 220000 Euro hat die Pfarrfiliale rund 76000 Euro aufzubringen. Da aber nur 12000 Euro Rücklagen vorhanden waren, musste unendlich viel Eigenleistung eingebracht werden. Vier Monate lang wurden 1200 Stunden Arbeitsleistung von Helfern erbracht. Dabei wurden fast alle tragenden Balken des 600 Jahre alten Dachstuhles erneuert, 2500 Meter Dachlatten und 13500 neue Dachschindel angebracht. Martin Peterbauer dankte allen Helfern und Geldgebern, die bisher bereits 20000 Euro gespendet haben.

Edith Brunner, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, bedankt sich bei Konrad Sigrüner-Kasböck für die Anfertigung der "Ideenkiste".

Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber berichtete von der Arbeit der Kirchenverwaltung in der "Firma Kirche". Er bedauerte den Rückgang der Kirchenbesucher, da sich dadurch auch die Einnahmen aus Kollekten verringern, von denen fünfzehn Sonderkollekten an die Diözese abzuführen sind.

Für den laufenden Betrieb der Pfarrei sind in diesem Jahr rund 107000 Euro aufzuwenden, die Einnahmen betragen allerdings nur rund 100000 Euro. Das Defizit sei nur mit Mieteinnahmen auszugleichen, obwohl von der Diözese 13000 Euro Haushaltszuschuss gewährt werden. Demmelhuber teilte mit, dass beim Friedhof die Nachfrage nach Urnengräbern sehr groß sei.

Pfarrvikar Kumar Yangaladasu berichtete über seine ersten hundert Tage im Pfarrverband.

Für den Betrieb des Kindergartens hat die Kirchenstiftung 415000 Euro aufzubringen, die Einnahmen aus Zuschüssen und Elternbeiträgen betragen allerdings nur 390000 Euro. Das Defizit von 25000 Euro wird zu 60 Prozent von der Gemeinde übernommen.

Positive Zahlen schreibt die Ambulante Krankenpflege. Den 360000 Euro Einnahmen stehen 350000 Euro Ausgaben gegenüber. Demmelhuber lobte das große Engagement des Pflegepersonals, das unter der Leitung von Marianne Unterstraßer jährlich rund 100000 Kilometer zurücklegt, um die derzeit neunzig Patienten bestens zu versorgen. Der Förderverein zählt derzeit 319 Mitglieder, durch eine Werbeaktion konnten 24 neue Mitglieder gewonnen werden.

Der Wunsch nach einem ambulant betreuten Pflegeheim mit Tagespflege für zehn bis zwölf Personen soll im kommenden Jahr verwirklicht werden, so Demmelhuber.

Ein Gewaltakt war die grundlegende Sanierung des Pfarrhofes mit Anbau eines neuen Pfarrbüros. Die Gesamtkosten von 490000 Euro werden von der Diözese mit 65 bis 70 Prozent bezuschusst. Die Restkosten sind vom Pfarrverband zu tragen.

Über das Geschehen im Kindergarten berichtete Cilli Reiter: derzeit besuchen 73 Kinder den Kindergarten und acht Kinder die Krippe. Nach zwei Darbietungen des Jugendchores unter der Leitung von Veronika Vorbuchner berichtete Edith Brunner über die Arbeit des Pfarrgemeinderates. Neben Andachten, Wallfahrten und Firmung wurde das 60-jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Lorenz Rauschecker in Endlkirchen mit organisiert, ebenso die Fahrzeugsegnung oder die Feier mit den 22 Hochzeitsjubelpaaren. Bei der Verabschiedung von Pater Kishore und Empfang des neuen Pfarrvikars Kumar Yangaladasu war der Pfarrgemeinderat stark eingebunden, ebenso wie beim Erntedankfest und der Einweihung des neuen Pfarrbüros.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war der zweitägige Pfarrverbandsausflug nach Linz.

Gemeindereferent Hans Salzinger stellte die von Konrad Sigrüner-Kasböck angefertigte "Ideenkiste" vor. Anstelle eines Tagesordnungspunktes "Wünsche und Anträge" sollen diese, ebenso wie Lob oder Tadel, innerhalb von zwei Wochen in die Kiste eingeworfen werden. Im Laufe des Jahres konnten auf Grund von Vorschlägen einige Neuerungen bereits umgesetzt werden.

Nach einem Lied vom Singkreis unter der Leitung von Klaus Hölzlwimmer berichtete Pfarrvikar Kumar Yangaladasu über die ersten hundert Tage, die er im Pfarrverband tätig ist. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache fühle er sich in Reischach sehr wohl. In Pfarrer Samereier sieht er einen "wunderbaren Menschen", der ihn stets in allen Belangen unterstützt. Mit einer Bilderschau zeigte der Pfarrvikar, was er seit seiner Ankunft in Reischach im August bereits erlebt hat. So standen Exkursionen nach Burghausen, dem Landtag in München sowie eine Bergmesse auf dem Jenner auf dem Programm. Beeindruckt sei er von den bunten Wäldern im Herbst, aber auch von Besuch des Oktoberfestes. Er versprach, auch den bayerischen Dialekt zu lernen.

Nach zwei Liedern des "Martini-Viergesanges", begleitet von Veronika Vorbuchner auf einer irischen Harfe, dankte Pfarrer Ludwig Samereier dem Pfarrgemeinderat, dessen Amtszeit bereits zur Hälfte erfüllt ist, für die konstruktive Arbeit. Mit dem neuen Pfarrbüro sei eine zentrale Einrichtung geschaffen worden, die richtungsweisend und ein Vorbild für alle Pfarrverbände sei. Einen besonderen Dank richtete er an Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber, der die treibend Kraft und "Baumeister" dieses Werkes war. Dank sagte er auch Kirchenpfleger Martin Peterbauer und seinen Helfern, den Mitarbeitern des Kindergartens und der Ambulanten Krankenpflege und Gemeindereferenten Hans Salzinger, den der Pfarrer "einen Mann voller Ideen" nannte. − hok


(ANA vom 17.11.2015)