Halbe Million Euro in den Pfarrhof investiert

Generalsanierung und Anbau in rund sechs Monaten verwirklicht – Generalvikar Dr. Klaus Metzl erbittet Gottes Segen

 

Sie waren bei der Segnung der Räume und ihrer Kruzifixe dabei: Pfarrer Ludwig Samereier (von links), die Pfarrsekretärinnen Monika Hofbauer und Sabine Waitzhofer, Dr. Klaus Metzl mit dem Aspergill, Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber, Pfarrvikar Kumar Yangaladasu und die Ministranten Josefine und Franz Baisl. − Fotos: Buchberger

Reischach. Gut vier Jahrzehnte besteht der Reischacher Pfarrhof schon, erstmals in seiner Geschichte hat er jetzt eine Sanierung, gleichzeitig auch einen Gebäudeanbau für ein neues Pfarrbüro erfahren. Am Samstagvormittag wurde für die neuen Räumlichkeiten des Pfarrverbandes, die bereits seit September in Betrieb sind, im Beisein zahlreicher Ehrengäste um den Segen Gottes gebeten.

Der Generalvikar der Diözese Passau, Dr. Klaus Metzl, der tags zuvor noch seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, war für die Einweihungsfeierlichkeiten extra aus der Domstadt ins Holzland angereist. Musikalisch empfangen wurde der Geistliche dabei durch Mitglieder der Blaskapelle Reischach, sie umrahmten den Festakt auch mit mehreren Stücken.

 

Rund 100 Stunden Eigenleistungen erbracht

Rund eine halbe Million Euro hätten die Baumaßnahmen verschlungen, erläuterte Reischachs Kirchenpfleger und "Bauleiter" Ludwig Demmelhuber bei der Begrüßung. An den Gesamtkosten beteilige sich die Diözese Passau aus Kirchensteuermitteln zu 65 bis 70 Prozent, den Rest hätten die fünf Pfarrverbandsgemeinden Arbing, Endlkirchen, Erlbach, Perach und Reischach zu tragen. Freilich, so Demmelhuber, werde sich die örtliche Pfarrei am Kostenverteilungsschlüssel stärker engagieren, sei doch am Altbau seit seiner Erstellung vor 42 Jahren nichts renoviert worden. Die Kosten ordentlich reduzieren habe man können, indem man darauf verzichtete, einen Architekten zu engagieren. Auch umfangreiche Eigenleistungen machten die Maßnahme billiger. Rund 100 Stunden an Arbeitsleistung seien hier erfreulicherweise zusammengekommen. Durch den Anbau des neuen Pfarrbüros mit drei Arbeitsplätzen seien über 100 Quadratmeter Nutzfläche entstanden. Ein moderner Schulungsraum im Kellergeschoss, ein zusätzlicher Archivraum, ein WC- und Putzraum, aber auch ein Besprechungsbüro für den Pfarrvikar und den Gemeindereferenten stünden für das Tagesgeschäft nun zur Verfügung, so Demmelhuber. Allein rund 240000 Euro seien dafür inklusive einer neuen Büroausstattung und der Neugestaltung der Außenanlagen zu berappen gewesen.

Schlüsselübergabe: Kirchenpfleger Ludwig Demmelhuber überreicht "Hausherrn" Pfarrer Ludwig Samereier symbolisch den Türöffner fürs neue Gebäude.

Etwa dieselbe Summe habe die grundlegende energetische Sanierung des alten Pfarrhofs gekostet. Zwar hätten ein neues Dach mit Vollisolierung, Vollwärmeschutz außen sowie neue Fenster und Türen, aber auch isolierte Rollläden und ein neuer Wasser- und Kanalanschluss die kalkulierten Baukosten erheblich überschritten. Dennoch: "Wir sollten uns über das gelungene Werk freuen", sagte der Kirchenpfleger. Besonderen Wert habe man darauf gelegt, ausschließlich heimische Firmen zu beauftragen – die Vertreter der einzelnen Gewerke waren bei den Einweihungsfeierlichkeiten auch zugegen. Demmelhuber lobte deren Hand-in-Hand-Arbeit, die es ermöglicht habe, nach nur knapp einem halben Jahr Bauzeit die Räumlichkeiten zu beziehen.

An den anwesenden Bürgermeister Herbert Vilsmaier gerichtet sagte Demmelhuber: "Ich denke, wir haben einen guten Beitrag zur Dorfverschönerung erbracht". Sie dürften versichert sein, das Geld sei in Reischach gut angelegt, gab er indes den Vertretern der Diözese Passau in seinen Dankesworten mit auf den Weg. Symbolisch übergab Demmelhuber an den "Hausherrn", Pfarrverbandspfarrer Ludwig Samereier, einen überdimensionalen Schlüssel für das erneuerte Gebäude, das jetzt auch an der Eingangsfassade ein neues Logo ziert: Die Kirchturmspitzen der fünf Pfarrkirchen des Verbands.

 

Mehr Diskretion und barrierefreier Zugang

Der Priester sagte, er freue sich besonders darüber, dass die Abläufe der Tagesarbeit durch das neue Büro und dem jetzt separaten Eingang in die Pfarrerswohnung wesentlich besser zu koordinieren seien. Durch eine Bedientheke sei nun auch dem Datenschutz und der Diskretion besser Rechnung getragen, zudem finde sich neu auch ein barrierefreier Zugang zum Büro.

Beim anschließenden Weißwurstfrühstück im Pfarrheim wurde Demmelhuber von Pfarrgemeinderatsseite für seine Gesamtkoordination um den Bau mit einem Lorbeerkranz ausgezeichnet. Am Sonntag bestand dann für die Bevölkerung die Möglichkeit, sich beim "Tag der offenen Tür" im Gebäude umzusehen. − mbu

 

(ANA vom 10.11.2015)