60 Jahre im Weinberg des Herrn

Bischöflich-Geistlicher Rat Lorenz Rauschecker begeht Priesterjubiläum in seiner Heimatpfarrei – "Ein Mann mit Format"

 

Den Festgottesdienst zu seinem 60-jährigen Priesterjubiläum feierte Bischöflich Geistlicher Rat Lorenz Rauschecker (sitzend) in der Filialkirche Endlkirchen in Konzelebration mit dem Reischacher Ortspfarrer BGR Ludwig Samereier (von links), Pfarrer Josef Werkstetter und BGR Heribert Unterhuber. − Foto: Hochhäusl

Von Konrad HochhäuslEndlkirchen. Auf ein erfülltes Priesterleben konnte Bischöflich Geistlicher Rat Lorenz Rauschecker bei seinem 60-jährigen Priesterjubiläum zurückblicken, das er in seiner Heimatpfarrei Reischach begangen hat. Dem Festgottesdienst in der voll besetzten Filialkirche Endlkirchen wohnten zahlreiche Freunde, Verwandte und Bekannte bei.

Pfarrer Ludwig Samereier bezeichnete in seiner Predigt den Jubilar als Pionier, der bereits 1969 dem ersten Pfarrverband in der Diözese Passau mit sechs Pfarreien vorgestanden hatte.

Beim Festgottesdienst, der vom Reischacher Kirchenchor unter der Leitung von Veronika Wimmer würdevoll gestaltet wurde, standen neben dem Jubilar Ortspfarrer Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier, dessen Vorgänger Heribert Unterhuber sowie der aus Reischach stammende Josef Werkstetter, nun Pfarrer in Bad Füssing, am Altar. In seiner Predigt ging Pfarrer Samereier auf die Berufung der ersten Jünger Jesu ein und zog so Parallelen zu Pfarrer Lorenz Rauschecker. Dieser war als Erbe des elterlichen Hofes in Öging vorgesehen, doch er folgte seiner Berufung, Priester zu werden. Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1955 feierte er am 2. Juli 1955 in Endlkirchen sein erstes Heiliges Messopfer. Mit dem Messgewand und dem Kelch, die er damals als Primizgeschenk erhalten hatte, feierte Lorenz Rauschecker jetzt auch seinen Jubiläumsgottesdienst.

Nach mehreren Kaplanstellen, unter anderem auch in Burghausen, war Jandelsbrunn (Lkr. Freyung-Grafenau) seine erste Stelle als Pfarrer. Eine große Herausforderung für Lorenz Rauschecker war 1969 die Gründung des ersten Pfarrverbandes in der Diözese Passau: Neben der Pfarrei Aufhausen hatte er noch weitere fünf Pfarreien zu betreuen, was dem Jubilar vorbildlich gelungen ist, wie Samereier sagte. Weitere Stationen seines priesterlichen Wirkens waren die Pfarreien Hauzenberg (Lkr. Passau) und Hengersberg (Lkr. Deggendorf), in denen er von 1975 bis 1991 erfolgreich tätig war. Neben seiner Arbeit in den Pfarreien wurde Lorenz Rauschecker von 1984 bis 1994 noch zusätzlich zum Diözesan-Landjugendpfarrer berufen.

Als Höhepunkt seiner priesterlichen Laufbahn bezeichnete Samereier seine Berufung an die Landvolkhochschule Niederalteich, wo er von 1981 bis 2002 als Seelsorger und Diözesanlandvolkpfarrer tätig war. Seine großen Verdienste um das Katholische Landvolk wurden 2002 mit der Verleihung der "Bruder-Klaus-Medaille" gewürdigt, der höchsten Auszeichnung der Landvolkbewegung.

Seit September 2002 verbrachte Pfarrer Lorenz Rauschecker seinen Ruhestand in Auerbach. Nachdem er vor zwei Jahren erkrankt ist, verbringt er seitdem seinen Lebensabend in einem Heim in Hengersberg.

Pfarrer Ludwig Samereier bezeichnete den Jubilar als einen "Mann mit Format", der alle gestellten Aufgaben in der Diözese stets bestens erfüllt habe. Sein Wirken sei unvergessen.

Am Ende des Festgottesdienstes dankte Lorenz Rauschecker "all den lieben Menschen und guten Weggefährten", mit denen er im Lauf seines priesterlichen Wirkens immer zu tun hatte.

 

(ANA vom 2.7.2015)