Bilderbuchwetter zeigt Ross und Reiter von schönster Seite

Gut 500 Besucher verfolgten den Leonhardiritt in Steinhausen – 71 Pferde mit ihren Reitern auf der Wallfahrt



Der Höhepunkt für Mensch und Tier vor der Leonhardikirche: Pfarrer Ludwig Samereier besprengt die Pferdewallfahrer mit Weihwasser. − Fotos: Buchberger

Erlbach. Traumhaftes Herbstwetter, die wunderschöne Herbstidylle des nahen Steinhauser Waldes und dazu die alte St. Leonhardskirche boten am Samstagnachmittag eine herrliche Kulisse für den Leonhardiumritt. Seit seiner Wiedereinführung im Jahr 1979 war dies die 36. Auflage des Brauchtumsspektakels.

Urkundlich erwähnt ist der Steinhausener Umritt zu Ehren des Schutzpatrons von Stallvieh und Pferd allerdings schon viel früher. Bereits seit 1756 werden an gleicher Stelle Leonhardiumritte abgehalten, sie gehören damit zu den ältesten in der Region. War die Veranstaltung im letzten Jahr wegen des Regens deutlich abgespeckt über die Bühne gegangen, so lockte das ideale Wetter diesmal rund 500 Pferdeliebhaber an den Umrittparcours. Darunter befand sich auch politische Landkreisprominenz: MdB Stephan Mayer, der ein Grußwort an die Besucher richtete, die beiden Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Dr. Martin Huber sowie Bezirksrat Veit Harts-perger hatten sich auf den Weg nach Steinhausen gemacht.

 

Dem Aufgebot des Angerstorfer Reitvereins mit gleich zwölf Pferden war der Mehrheitspreis sicher.

 

Auch die Anzahl der Pferde war deutlich erhöht: Insgesamt 71 festlich herausgeputzte Rösser mit ihren Reitern, damit 26 mehr als im Vorjahr, präsentierten sich dem anerkennenden Publikum vor der Nebenkirche des Reischacher Pfarrverbandes als Blickfang. Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier, selbst ein großer Pferdefreund, spendete beim Umzug Ross und Reiter, darunter auch einige Kutschengefährte, auf die Fürbitte des heiligen Leonhard den Segen Gottes. Zuvor hatte der Geistliche in der kleinen Wallfahrtskirche, die mehr und mehr auch von Jakobspilgern besucht wird, für die Gläubigen den Patroziniumsgottesdienst abgehalten.

Dieser herrliche Vierspänner zog die bewundernden Blicke auf sich.

Bei der Preisverteilung der Sonderpreise hatte die Jury die Qual der Wahl. Schließlich entschieden sich die Juroren Franz Maier, Bernhard und Manfred Rothenaicher für die Preisträger. Von Veranstaltungs-Moderator Ludwig Demmelhuber verkündet, erhielt den Schönheitspreis Familie Bischof aus Wald-Geratskirchen. Der Mehrheitspreis für zwölf Pferde und Reiter ging an den Reitverein Angerstorf und der Kutschenpreis an Karl Staudinger aus Mitterhausen. Den Jugend-Schönheitspreis holte sich Katharina Rudy aus Murbach ab, den Jugendpreis die jüngste Reiterin, die erst drei Jahre alte Marlene Jetzlsberger aus Hirten.

Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde: auch hier für die dreijährige Marlene Jetzelsberger aus Hirten.

Die Preise, Fahnen und Erinnerungstafeln waren traditionell von den beiden Kirchenpflegern Martin Peterbauer und Ludwig Demmelhuber, aber auch von den Erlbacher und Reischacher Rathaus-Chefs Franz Watzinger und Herbert Vilsmaier gestiftet worden, dazu beteiligte sich auch ein Neuöttinger Reitsport-Fachgeschäft. Die obligatorische Gedenk-Rosette, diesmal in Blau und Gelb gehalten, spendete einmal mehr Familie Dr. Basting, direkte Nachbarn der alten Leonhardikirche.

Musikalisch lag die Veranstaltung wieder in den bewährten Händen der Blaskapelle Reischach, die die Geistlichkeit und Kirchenbesucher nach dem Gottesdienst zum Schauplatz des Umritts führte. Bis auf den letzten Platz gefüllt war nach dem Umritt das Festzelt der Landjugend. Hier ließen sich die Besucher bei einem Ratsch die "Kiachen" und Brotzeiten schmecken. − mbu

 

(ANA vom 10.11.2014)