Pfarrverband Reischach feiert seinen Pfarrer.

 

Pfarrer Ludwig Samereier steht seit zehn Jahren dem Pfarrverband vor

 

Ein großes Fest hat der Pfarrverband Reischach zum zehnjährigen Dienstjubiläum seines Pfarrers, Bischöflich Geistlichen Rat Ludwig Samereier veranstaltet. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Reischacher Pfarrkirche, deren Altarraum mit Fahnen aller Vereine und Verbände des Pfarrverbandes umrahmt war. Unter der Leitung von Veronika Wimmer führte der Reischacher Kirchenchor, verstärkt durch ein Streichorchester, die Tittel-Messe in perfekter Form auf. Ein Festzug zum Pfarrheim mit Bewirtung und verschiedenen Darbietungen rundete die Feier dann ab.


Pfarrer Ludwig Samereier freute sich, dass er den Festgottesdienst in Konzelebration mit Thomas Steinberger und Hermann Schächner feiern konnte. Diese sind während seines Wirkens als Neupriester aus dem Pfarrverband hervorgegangen. Neben den Vertretern der politischen Gemeinden konnte Pfarrer Samereier die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen, sowie die Vertreter aller kirchlicher Einrichtungen wie Kindergärten, Caritasverbände, der ambulanten Krankenpflege und der Chöre in der voll besetzten Reischacher Pfarrkirche begrüßen. Er gedachte auch der drei Priester, die im vergangenen Jahr im Reischacher Friedhof beigesetzt wurden: Pfarrer Johann Forster, Pfarrer Martin Schreiner und Prälat Konrad Unterhitzenberger.


In seiner Festansprache schilderte Pfarrer Samereier, wie er sinnbildlich aus einer Anhöhe auf seine zehnjährige Arbeit mit Höhen und Tiefen in diesem Wirkungskreis zurückblickt.


Doch diese zehn Jahre seien verschwindend gering gegen das Jubiläum, das im Bistum Passau wegen des Großereignisses der Ernennung von Stefan Oster zum Bischof nicht in den Vordergrund getreten ist: im Jahre 739, also vor 1.275 Jahren erfolgte durch den Heiligen Bonifatius die Gründung des Bistums Passau. Aus der Urform der Titelkirche entwickelte sich unter Kaiser Karl dem Großen die Reichskirche, später wurden Taufkirchen wie die Gnadenkapelle in Altötting Zellen zur Gründung von Pfarreien. Als während der Säkularisation viele Klöster aufgelöst wurden, entstanden zahlreiche Pfarreien. Es wurde geregelt, dass der Fußmarsch zur Kirche nicht länger als eine Stunde betragen dürfe. Aus diesem Grund wurden weitere Pfarreien wie Arbing oder Erlbach gegründet.


Bereits Ende des letzten Jahrhunderts wurde erkannt, dass nicht mehr alle Pfarreien mit einem Priester besetzt werden können. Deshalb wurden neben der Schaffung des Pfarrgemeinderates auch Laien verstärkt in die kirchliche Mitarbeit einbezogen. Hierbei leistete sein Vorgänger in der Pfarrei Reischach, Pfarrer Heribert Unterhuber vorbildliche Arbeit.


Wegen des immer stärker werdenden Priestermangels müssen nun immer mehr Pfarreien in Pfarrverbände zusammengelegt werden, wie dies hier im Jahr 2004 geschehen ist. Da der örtliche Pfarrverband die Pfarreien Arbing, Endlkirchen, Erlbach, Perach und Reischach umfasst, habe dies zur Folge, dass er als Pfarrer nicht mehr bei jeder Veranstaltung präsent sein könne. Er müsse manchmal auch Leute enttäuschen, wenn sein zeitlicher Rahmen nicht mehr für alle Belange ausreicht. Stolz sei er auf seinen Mitarbeiterstab mit Pater Kishore, Ruhestandspriester Hans Spielmann, sowie Theresia Demmelhuber und Gemeindereferent Hans Salzinger, der einen sehr großen Weitblick auf die pfarrverbandsmäßige Arbeit besitze.


Er, so Pfarrer Samereier, müsse sich auf Schwerpunkte konzentrieren, damit Feiern und Feste immer in einem würdigen Rahmen begangen werden können. Deshalb wolle er sich ganz auf Jesus Christus konzentrieren, um immer die richtige Orientierung zu haben.


Die stellvertretende Pfarrverbandsvorsitzende, Elisabeth Sigrüner, sprach von zehn wunderschönen Jahren, die sie bisher mit ihm zusammenarbeiten durfte. Die Höhepunkte seien die zwei Primizfeiern in Perach und Arbing gewesen. Sie dankte „dem Chef von vier Pfarrgemeinderatsgremien und fünf Kirchenverwaltungen“ für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit. Als Geschenk des Pfarrverbandes überreichte sie dem Jubilar ein Bild mit allen Kirchen seines Wirkungskreises.


Stellvertretend für die politischen Gemeinden Erlbach, Perach und Reischach übermittelte der Erlbacher Bürgermeister Franz Watzinger die Grüße der Verwaltungsgemeinschaft. Er betonte, dass es viele Berührungspunkte zwischen Kirche und Gemeinde gebe. Es herrsche stets ein freundschaftliches Verhältnis, wenn es um Bereiche der Schulen, der Kindergärten, sowie der Jugend- und Seniorenarbeit gehe. Er erinnerte daran, wie es Pfarrer Ludwig Samereier vor zehn Jahren gelungen ist, schnell ein gutes, gefestigtes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Es bestehe stets ein kurzer Weg zwischen Kirche und Gemeinde. „Deine Arbeit wird in Zukunft sicher nicht weniger. Dazu wünsche ich Dir Gottes Segen, die rechten Worte und Taten und vor allem viel Gesundheit und verliere Deinen Humor nicht“ ermunterte der Bürgermeister den Jubilar Pfarrer Ludwig Samereier.


Nach dem feierlichen Gottesdienst bewegte sich der Festzug, angeführt von der Reischacher Blaskapelle und den vielen Fahnenabordnungen, zum Pfarrheim, wo den zahlreichen Gästen ein Imbiss angeboten wurde. Von Klaus Hölzlwimmer auf der Gitarre begleitet, brachte der eigens dafür zusammengestellte „Pfarrverbandschor“ einige Lieder zum Besten. Zur Melodie „Ein Jäger aus Churpfalz“ hatten einige Pfarrgemeinderäte passende Strophen gedichtet, in denen auf die Jagdleidenschaft des Pfarrers, seiner Vorliebe für alte Gerätschaften, der Liebe zum Feiern und auf bevorstehende Bau- und Renovierungs-maßnahmen Bezug genommen wurde. Ein weiteres Lied brachte seine Vorliebe für die Imkerei zum Ausdruck. Mit dem Abschlusslied „Herr Pfarrer bleib`ns da, Sie wissen net, wie`s woanders ist“ brachten sie Sänger die Bitte des Pfarrverbandes vor, dass er noch möglichst lange in Reischach wirken möge. Die harmonischen Klänge einer großen Jagdhornbläser-gruppe hatten den festlichen Abend würdevoll umrahmt.


hok

 

Die Bilder wurden freundlicherweise von Josef Stallhofer aus Perach zur Verfügung gestellt.

 

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