Dankwallfahrt des Reischacher Pfarrverbandes nach Gartlberg

Zehn Jahre Pfarrverband20 Jahre Priester

 

Zu einer großen Dankeswallfahrt sind die Mitglieder des Pfarrverbandes Reischach zum Gartlberg bei Pfarrkirchen aufgebrochen. Mit zwei Bussen und zahlreichen privaten Fahrgemeinschaften sind rund dreihundert Pfarrangehörige dem Aufruf ihres Pfarrers Ludwig Samereier gefolgt, um das zehnjährige Bestehen des Pfarrverbandes würdig zu begehen.

Die Wallfahrer mit zahlreichen Fahnenabordnungen hatten sich zu einer Prozession formiert, um betend durch die Straßen und Fluren bei Gartlberg die Wallfahrtskirche „Zur schmerzhaften Muttergottes“ zu erreichen, wo dann ein Festgottesdienst gefeiert wurde. Der Reischacher Kirchenchor unter der Leitung von Veronika Wimmer hatte die „Eberlin-Messe feierlich aufgeführt.

Pfarrer Ludwig Samereier zeigte sich überwältigt von der großen Resonanz, die sein Aufruf zu dieser Wallfahrt gefunden hatte. „Für mich ist damit ein Traum wahr geworden, denn mit Gartlberg verbinden mich viele persönliche Erinnerungen und gute Erfahrungen“, so der Pfarrverbandsvorsitzende. Mit dieser Wallfahrt soll „Vergelts`s Gott“ gesagt werden für seine zwanzig Priesterjahre, sowie für den zehnjährigen Bestand des Pfarrverbandes, dem die Pfarreien Arbing, Erlbach, Perach und Reischach mit der Filialkirche Endlkirchen angehören und den er seit dessen Beginn im Jahr 1994 leiten darf. Während sich anderswo oftmals große Widerstände gegen die Schaffung solcher Pfarrverbände bilden, ist dies in Reischach sehr harmonisch verlaufen. Der Pfarrer dankte dafür allen, die zur Schaffung dieses Verbandes beigetragen und diesen so stark gemacht haben. Er forderte auf, auch weiterhin Engagement und Ehrenamt zu übernehmen.

In seiner Predigt nahm der Geistliche Bezug auf das Gnadenbild der „schmerzhafte Mutter Gottes“ und dem Altarbild von „Jesu Auferstehung“. Eindringlich schilderte er den Schmerz der Gottesmutter beim Tod ihres Sohnes, sowie ihre Freude bei dessen Auferstehung.

Desweiteren erläuterte Pfarrer Ludwig Samereier die Entstehung der Gartlberger Wallfahrt:

Bereits 1608 wurde ein „Kalvarienberg“ mit drei Kreuzen errichtet, vor dem die Passion aufgeführt worden ist. Während der Wirren des 30-jährigen Krieges hatten die Gläubigen bei dem errichteten „Heiligen Grabe“ einen Ort der Hoffnung und Zuversicht gefunden. 1634 hatte ein Pfarrkirchner Bürger das Gnadenbild der „Schmerzhaften Muttergottes“ in Straubing erworben. Als bei einem Stadtbrand dieses Gnadenbild unversehrt geblieben ist, sowie durch die Heilung einer kranken Frau und der Errettung eines ertrunkenen Kindes, setzte eine große Wallfahrt zu diesem Heiligtum ein. Deswegen erfolgte ab dem Jahre 1661, etwa zeitgleich mit dem Dombau zu Passau, die Errichtung einer Wallfahrtskirche. Diese musste im Jahr 1743 wegen des großen Zustromes von Pilgern erweitert werden. Namhafte Baumeister, Maler und Stuckateure wie Domenico Zuccalli, Giovanni Carlone, sowie Carl Adam haben beim Bau und der künstlerischen Ausgestaltung mitgewirkt. Einen weiteren Aufschwung erlebte die Wallfahrt auf den Gartlberg 1743, als österreichische Truppen zahlreiche Brandkugeln auf den in Holzbau errichteten Stadtkern von Pfarrkirchen abgeschossen hatten, diese jedoch nicht zündeten und die Stadt vor der Vernichtung verschont geblieben ist. Ein großer Verehrer dieser Wallfahrtsstätte war auch Johann Birndorfer, der spätere Bruder Konrad.

Pfarrer Ludwig Samereier dankte insbesondere auch seiner anwesenden Mutter, die ihm zusammen mit seinem verstorbenen Vater den Glauben vorgelebt hatte. Alljährlich hatte sein Vater einen Tag mit der Wallfahrt nach Gartlberg verbracht. Die Gebete seiner Eltern waren sicher wegweisend für seinen Priesterberuf, den er nun seit zwanzig Jahren ausüben darf, gewesen.

Nach dem Wallfahrtsgottesdienst nutzen viele Teilnehmer die Gelegenheit, das „Heilige Grab“ hinter dem Altar zu besuchen. Einen schönen Ausklang fand dieser Wallfahrtsnachmittag mit dem Besuch der Gaststätte auf dem Reichenberg, von der die Teilnehmer einen herrlichen Ausblick auf das Rottal genießen konnten.

Hok

Zu den Fotos: (von K. Hochhäusl)


Eine lange Prozession zog durch die Straßen und Fluren hin zur Wallfahrtskirche Gartlberg.

Pfarrer Ludwig Samereier bei seinem Dankgottesdienst unter dem Gnadenbild der „Schmerzhaften Muttergottes“