„Himmelfahrtskommando“ zum Abschied

Max Weigl wechselt nach vier Jahren im Pfarrverband nach Postmünster - Rundflug als Geschenk - Nachfolger aus Indien


Reischach. Abschied nehmen hieß es dieser Tage beim Pfarrverband Arbing-Erlbach-Perach-Reischach: Die Repräsentanten der einzelnen Orte sagten Pfarrer Max Weigl nach vier Jahren Tätigkeit als Pfarrvikar „Pfüat Gott“. Er wechselt zum 1. September als Pfarrer nach Postmünster.
Für den Geistlichen ist der Abschied ein zweischneidiges Schwert: Einerseits war er, der zuvor je vier Jahre als Pfarrvikar in Schöllnach (Bayerischer Wald) und Osterhofen (Landkreis Deggendorf) tätig gewesen war, gerne im Holzland und hat sich hier gut eingelebt. Andererseits reizt ihn die neue Aufgabe, in Postmünster bei Pfarrkirchen erstmals eine eigene Pfarrei zu übernehmen.
Sein Aufgabengebiet war breit gestreut: Neben den normalen seelsorgerischen Tätigkeiten und Gottesdiensten gab er an der Grundschule Religionsunterricht, traute Paare, taufte Kinder, schaute zum Gratulieren bei Jubilaren vorbei, hielt aber auch die Totenmessen für Verstorbene.
Ein besonderes Augenmerk in seiner Tätigkeit lag bei der Betreuung der Ministranten: Rund 120 Messdiener aus den fünf Orten im Alter etwa zwischen neun und 20 Jahren hatte er unter seinen „Fittichen.“ Weigl, der 1972 in Wurmannsquick geboren wurde, in Eggenfelden sein Abitur ablegte und anschließend in Passau Theologie studierte, wies die jungen Leute in ihre Aufgaben während der Gottesdienste ein und machte sie mit Grundlagen der katholischen Glaubenslehre vertraut. Freilich war es auch seine Aufgabe, ihnen in der Freizeit etwas zu „bieten“. Unvergesslich sind ihm manche die Ausflüge mit den jungen Leuten. Bei einer Rom-Wallfahrt mit 50 Kindern war ein Teilnehmer abgängig - zwar tauchte er nach einer Stunde wieder auf, „aber da schwitzt man doch Blut und Wasser“, so der Geistliche. Andererseits hält der Umgang mit den
„Minis“ jung, ist Weigl überzeugt.
Die Ministranten gaben ihm bei einer der fünf Abschiedsfeiern zu verstehen, dass sie ihn sich in gewisser Hinsicht „flotter“ wünschen: Sie schenkten ihm als Ersatz für seinen alten Opel Vectra einen feuerroten Ferrari - in Form eines Spielzeugautos. Auch ansonsten erhielt Weigl bei den fünf einzelnen Abschiedsfeiern viele nette Geschenke - in Perach etwa ein Kreuz, gestaltet aus dem mehr als 600 Jahre alten Dachgebälk der Pfarrkirche, das dort im Rahmen einer Sanierung entfernt worden war. Dies sollte die Verbundenheit mit dem Gotteshaus und der Pfarrei ausdrücken. Weitere Geschenke waren unter anderem ein Geschenkkorb, ein Reisegutschein („damit fahre ich nach Israel oder Ägypten“), eine Flasche Klosterlikör und ein gerahmtes Bild, das ihn mit den „Minis“ zeigt.
Die Pfarrei Reischach schickt Weigl sogar auf ein „Himmelfahrtskommando“: Dort wurde ihm ein Gutschein für einen Flug mit dem Sportflieger über sein künftiges Einsatzgebiet geschenkt.
Als Nachfolger von Max Weigl wird zum 1. September übrigens Pater Kishore Reddy Gade in den Pfarrverband Arbing-Erlbach-Perach-Reischach kommen. Der 30 Jahre alte Geistliche stammt aus Indien. „Er weilt derzeit bei einem Sprachkurs in Clausenberg bei Münster“, war über ihn in der jüngsten Ausgabe der Pfarrbriefes zu lesen.  - afb

(ANA vom 22.8.09)

Impressionen vom Abschied von Pfarrer Weigl