"Hier hat meine Freundschaft mit Christus begonnen"

Pfarrer Franz Speckbacher feiert das Silberne Priesterjubiläum in seiner Heimatgemeinde


Primizbild von Franz Speckbacher vor 25 Jahren. −Foto: privat

Perach. Mit überwältigender Anteilnahme der Bevölkerung hatte am 9. Juli 1989, nach seiner Priesterweihe im Regensburger Dom, Franz Speckbacher in Perach seine Primiz gefeiert. Jetzt, ein Vierteljahrhundert später, war es wieder in seiner Heimatgemeinde, in der er sein Silbernes Priesterjubiläum mit einem Hochamt in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt beging. Seit 19 Jahren ist Speckbacher Pfarrer in der kleinen niederbayerischen Gemeinde Gerzen (Landkreis Landshut.

Seine Gedanken wanderten heute an diesen Tag zurück, sagte der Jubilar zu seinen vielen Gästen im Gotteshaus, auch seine Mutter und seine Schwester Isolde Grätzl weilten darunter. Hier in seiner Peracher Heimat, im Elternhaus, habe er Christus kennen und lieben gelernt, habe ihn der Ruf, ihm zu folgen, erreicht. "Hier hat meine Freundschaft mit Christus begonnen". Noch sehe er sich als kleinen Buben mit der Großmutter die Treppen zum längst verschwundenen "Guckerl" hinaufsteigen, um am Werktag früh die Heilige Messe in der Pfarrkirche mitfeiern zu können. Seit er denken könne habe dieses Gotteshaus seine Seele berührt, sagte er.

Die Konzelebranten BGR Ludwig Samereier (li.) und Altöttings Stiftspropst Günther Mandl (re.) feierten mit Pfarrer Franz Speckbacher den Jubiläumsgottesdienst. − Foto: Buchberger

Als ein schönes Zusammentreffen bezeichnete es Festprediger Günther Mandl – Altöttings Stiftspropst war gemeinsam mit Bischöflich Geistlichem Rat Ludwig Samereier Konzelebrant des Hochamtes – dass es gerade das an diesem 14. Sonntag im Jahreskreis, dem Tag des Jubiläumsgottesdienstes, weltweit verkündete Wort Gottes sei, das mit dem Jubilar eng zu verbinden sei. Es hätten gerade die von sich eingenommenen Menschen, die so genannten Siebengescheiten, einen schwierigen Zugang zum Wort Gottes, die Kleinen, Bescheidenen und Demütigen aber seien privilegiert und könnten es verstehen. "Lieber Jubilar, ich weiß dass du einen sehr guten Zugang zu den Geheimnissen Gottes hast, weil du in deinem Herzen immer demütig geblieben bist", sagte Mandl. So dürften getreu der weiteren Worte des Evangeliums all diejenigen die sich plagen müssten und schwere Lasten zu tragen hätten zu dem Jubilar in dessen seelsorglich pastoraler Liebe kommen. "Auch diese Worte Gottes erfüllst du in deiner weit verstreuten Pfarrei Gerzen im schönen Vilstal sicher großartig", so Mandl.

Das Wichtigste im Priesterleben sei die tägliche heilige Messe. "Ich kann mir gut vorstellen, mit welcher Andacht, Hingabe un d Freude du in den 25 Jahren als Priester die tägliche Messe gefeiert hast.". Schon deswegen werde viel Segen von Speckbachers priesterlichen Wirkens ausgehen. Er, Mandl, wisse, dass der Jubilar eine besondere Liebe und Zuneigung zur Gottesmutter habe. "Jede Woche bist du einmal in Altötting und feierst mit deiner Mutter in der Gnadenkapelle oder der Stiftskirche die Heilige Messe". Maria sei die Mutter der Priester, ihre Ratgeberin und ihre Beschützerin. "Solange Maria an deiner Seite ist und die Hand über dich hält, wird dein priesterliches Wirken sehr viel Strahlkraft besitzen", gab Mandl dem Jubilar mit auf den Weg.

Am Ende des feierlichen Gottesdienstes gab es noch Geschenke für den Priesterjubilar. "Hausherr" Ludwig Samereier überreichte zusammen mit Kirchenpflegerin Ingrid Kellner und Pfarrgemeindevorsitzendem Helmut Grübl als "Dankeschön" ein Buch mit Predigtanregungen für die tägliche Arbeit und eine Ikone der Mutter Gottes. Zur Erinnerung an seinen Heimatort bekam Speckbacher noch eine Schiefertafel mit einem Peracher Motiv.

Für eine besonders feierliche Note des Jubiläumsgottesdienstes sorgte der Reischacher Kirchenchor unter der Leitung von Veronika Wimmer. Mit Fahnenabordnungen waren alle Ortsvereine im Altarraum vertreten, sie zeigten ihre besondere Verbundenheit mit dem feiernden Priester. Viele Kirchenbesucher nutzten im Anschluss beim Stehempfang des Pfarrgemeinderats im Garten des Pfarrhofes die Gelegenheit, mit dem Jubilar ein paar persönliche Worte zu wechseln.

Den Ausklang fanden die Feierlichkeiten dann am Abend mit einer Dankandacht in der Pfarrkirche. Besondere Freude empfand Pfarrer Franz Speckbacher über die Teilnahme von Thomas Steinberger, eines weiteren Sohnes der Gemeinde, der erst vor drei Jahren seine Primiz gefeiert hatte. − mbu

 

(ANA vom 8.7.2014)