Reischach nahm Abschied von einem großen Sohn

Überaus große Anteilnahme bei der Trauerfeier für früheren Diözesan-Caritasdirektor Konrad Unterhitzenberger in der Pfarrkirche St. Martin


Die Pfarrkirche St. Martin konnte die Trauergäste kaum fassen, als gestern Mittag das Requiem für den früheren Caritas-Diözesandirektor Konrad Unterhitzenberger stattfand. Stiftspropst Günther Mandl zelebrierte den Trauergottesdienst (kleines Bild). − Fotos: Buchberger

Reischach. Unter überaus großer Anteilnahme ist gestern Mittag der frühere Diözesan-Caritasdirektor Konrad Unterhitzenberger zu Grabe getragen worden. Die Pfarrkirche St. Martin konnte die vielen Trauergäste beim Requiem, das der Altöttinger Stiftspropst Günther Mandl mit einer ganzen Reihe von Konzelebrantgen feierte, kaum fassen.

Unterhitzenberger war am Mittwoch im Alter von 76 Jahren in Passau gestorben (der Anzeiger berichtete). In Kirchenkreisen und auch darüber hinaus hatte sich für ihn die Namens-Kurzform "UHB" eingebürgert. "Konrad UHB war alles andere als ein Paragrafenschuster und Legalist: Er erfüllte hingebungsvoll und zupackend mit all seinen Kräften und Talenten das Hauptgebot der Liebe", sagte der Stiftspropst.

"Er hat Gott und den Menschen gedient" Unterhitzenberger habe Gott und den Menschen gleichermaßen gedient, besonders den Menschen an den Rändern der Gesellschaft, am Anfang und Ende des Lebens, bei Krankheit, Behinderung und Notlagen aller Art. "Er war 25 Jahre der Anwalt derer in unserem Bistum und darüber hinaus, die auf fremde Hilfe angewiesen sind", sagte Günther Mandl wörtlich.

Er dankte dem Verstorbenen in seiner Rolle als Dekan besonders für eine Reihe von Verdiensten: So habe er eine frühkindliche Förderung und Prägung im Geiste Jesu durch geschulte Pädagoginnen in den Caritas-Kindertagesstätten überall in der Diözese Passau aufgebaut und betreut. Ferner habe er in den Seniorenheimen der Caritas vielen Menschen ein würdevolles Altwerden und Sterben ermöglicht. Sein besonderes Augenmerk galt auch den Behinderten: Wie Mandl anmerkte, habe er es verstanden, sie respektvoll in den Berufs- und Lebenskreislauf zu integrieren. Ferner war er immer bemüht, in einem positiven Betriebsklima im Geist der Wertschätzung, der Angstfreiheit und des Vertrauens die vielen Caritas-Mitarbeiter zu motivieren. Mandl dankte Unterhitzenberger außerdem dafür, "dass er 25 Jahre das soziale Gewissen der südostbayerischen Region war." Er habe das Sozialprinzip der Subsidiarität praktiziert im Wissen, dass die Not vor Ort an der Basis ist und nicht zentralistisch und dirigistisch geregelt werden könne. Doch auch Konrad Unterhitzenbergers Wesen habe man geschätzt. Der Geistliche charakterisierte ihn als "so geselligen, fröhlichen und blitzgescheiten" Menschen. Darüber hinaus sei er ein authentischer Priester gewesen, der Gott über alles liebte und den Menschen die Hirtensorge und -Liebe Jesu Christi erfahrbar machte.

Im Rahmen des Trauergottesdienstes würdigten noch fünf weitere Redner den Verstorbenen mit Dankesworten: Sein Nachfolger als Diözesan-Caritasdirektor, Dr. Wolfgang Kues, Domkapitular Josef Werkstetter, der Diözesanpräses der KAB, Franz Schollerer sowie Heinrich Wimmer, der Kirchenpfleger von Dommelstadl (Landkreis Passau) – dort hatte Unterhitzenberger nach dem Eintritt in den Ruhestand 2004 bis 2012 gelebt und noch viele Jahre in der Seelsorge mitgewirkt. Ferner sprach der Geistliche Dr. Franz Lantenhammer, ein Studienkollege des Reischachers.

Christliche Grundwerteerfahrbar gemachtSie alle würdigten mit persönlich gehaltenen Worten die fachlichen und menschlichen Qualitäten des Verstorbenen. Sie hoben sein großes Engagement hervor: Unterhitzenberger habe aus dem Glauben heraus in der Wahrnehmung seiner Aufgaben intensivst bis an seine persönlichen und gesundheitlichen Grenzen gelebt. "Noch immer ist sein Wirken spürbar", so Kues. Durch sein Wirken seien christliche Grundwerte wie die Nächstenliebe für eine große Zahl auch solcher Menschen, die der katholischen Kirche sonst skeptisch gegenüber stehen, unmittelbar erfahrbar geworden.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Reischacher Kirchenchor unter der Leitung von Veronika Wimmer. Unterhitzenberger wird seine letzte Ruhe im Reischacher Priestergrab finden.

Zur Würdigung der Lebensleistung von Konrad Unterhitzenberger wird am Mittwoch, 30. April, ab 16 Uhr im Passauer St.-Stephanus-Dom ein Requiem für den Verstorbenen abgehalten. − mbu

 

(ANA vom 26.04.2014)