Pfarrer unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen


Martin Schreiner stammte aus Reischach und war in Ering tätig – Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl zelebriert Requiem


F.: red Mit nur 52 Jahren starb Pfarrer Martin Schreiner.  −

Reischach. Mit nur 52 Jahren ist der aus Reischach stammende katholische Pfarrer Martin Schreiner gestorben. Zahlreiche Menschen aus dem Pfarrverband Ering (Landkreis Rottal-Inn), wo er zuletzt tätig war, kamen jetzt zu seiner Beerdigung an der Kirchenmauer im Heimatort. Insgesamt gaben ihm mehrere hundert Menschen das letzte Geleit.

Unter das Christuswort "Ich bin der gute Hirte – ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich" stellte Diözesanadministrator Prälat Dr. Klaus Metzl, der das Requiem im Beisein von mehr als 40 Geistlichen zelebrierte, seine Trauerpredigt. Pfarrer Martin Schreiner habe sich stets seiner Hirtenaufgabe verpflichtet gefühlt – unaufgeregt und mit hintergründigem Humor. Er sei kein Wirklichkeitsverweigerer gewesen, sondern ein Seelsorger, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Welt stand.

"Er war ein erfolgreicher Brückenbauer", so der Bischöfliche Administrator, "weil er um das Fundament wusste und keine extravaganten Experimente einging. Im besten Sinne des Wortes war er normal geblieben. Das machte ihn sympathisch und für die Menschen zugänglich, da er keinen überforderte, sondern stets versuchte, den Menschen in ihrer ganz konkreten Lebenssituation gerecht zu werden."

Mit Stolz habe der Verstorbene den Namen des Pfarrpatrons und seines Vaters Martin getragen. Der heilige Martin sei immer mehr zum Programm seines Lebens geworden: "Er teilte nicht nur das, was er hatte, mit den Menschen, sondern sein ganzes Leben. Er war einer wie du und ich, der sich des Lebens erfreute, der Freundschaften pflegte, der die Welt auf Reisen neugierig erkundete, der gutes Essen nicht verschmähte, der gern Musik hörte, der die Daten der neuesten Autos kannte – und bei all dem immer Pfarrer blieb."

Dr. Metzl erinnerte daran, dass Pfarrer Schreiner im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Priesterjubiläum groß gefeiert hat. Getreu seinem Primizspruch "Gott wohnt da, wo man ihn einlässt", habe er Schranken abgebaut, um Gott Einlass in die Herzen der Menschen zu verschaffen.

Der Statthalter des Passauer Bischofs bezeichnete den Verstorbenen als großen Kämpfer. "Geht ned, gibt’s ned!", sei sein Lebensmotto gewesen. Trotz seiner Kämpfernatur habe er aber den Kampf gegen seine Krankheit verloren. "Er hinterlässt in der Familie, bei seinen Freunden, im Pfarrverband Ering am Inn und in unserer Priesterschaft eine große Lücke. Trost kann uns in dieser Stunde des Abschieds nur der Glaube sein."

Das Requiem wurde zum bewegenden Abschiedsgottesdienst auch durch die feinfühlig vorgetragenen Lieder des Kirchenchors der Pfarrei Reischach unter der Leitung von Veronika Wimmer. Titel wie "Herr erbarme dich unser", "Meine Seele ist stille in dir", "Der Herr ist mein Hirt" oder "Von guten Mächten wunderbar geborgen" vermittelten Frieden, Trost und Zuversicht.

Im Anschluss an das Requiem begab sich die Geistlichkeit zur Aussegnungshalle auf dem Friedhof, wo vor dem Sarg des Verstorbenen die Begräbnisfeier abgehalten wurde. Dann begleitete eine lange Prozession, angeführt von 15 Fahnenträgern, dem Klerus und den Angehörigen, den Sarg zum Grab an der Kirchenmauer. Dort fand die eigentliche Beisetzungszeremonie statt. Auf Wunsch des Verstorbenen gab es in der Kirche und am Grab keine Nachrufe.

Der Kirchenpfleger des Ortes Münchham (Pfarrverband Ering), Gunter Weber sagte: "Der plötzliche Tod unseres Pfarrers hat bei mir, aber auch unter den Gemeindemitgliedern, tiefe Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Ich stand ihm sehr nahe, ich habe einen Freund verloren." Weber beschrieb den Verstorbenen als eine Persönlichkeit, die es verstand, mit ihrer einfachen, natürlichen Art eine Atmosphäre der Zusammengehörigkeit und Nähe zu vermitteln. "Sein offenes Wesen hat uns sehr gut getan. Und er war ein großartiger Seelsorger, der theologisch eine unkomplizierte Sprache pflegte. Anhand klarer Beispiele konnte er die biblischen Inhalte allen verständlich machen. Seine Predigten waren red − relativ knapp gehalten und nie langweilig.

(ANA vom 28.10.2013)

Pfarrer unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen

Martin Schreiner stammte aus Reischach und war in Ering tätig – Diözesanadministrator Dr. Klaus Metzl zelebriert Requiem
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Mit nur 52 Jahren starb Pfarrer Martin Schreiner.  − F.: red

Mit nur 52 Jahren starb Pfarrer Martin Schreiner.  − F.: red

Reischach. Mit nur 52 Jahren ist der aus Reischach stammende katholische Pfarrer Martin Schreiner gestorben. Zahlreiche Menschen aus dem Pfarrverband Ering (Landkreis Rottal-Inn), wo er zuletzt tätig war, kamen jetzt zu seiner Beerdigung an der Kirchenmauer im Heimatort. Insgesamt gaben ihm mehrere hundert Menschen das letzte Geleit.

Unter das Christuswort "Ich bin der gute Hirte – ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich" stellte Diözesanadministrator Prälat Dr. Klaus Metzl, der das Requiem im Beisein von mehr als 40 Geistlichen zelebrierte, seine Trauerpredigt. Pfarrer Martin Schreiner habe sich stets seiner Hirtenaufgabe verpflichtet gefühlt – unaufgeregt und mit hintergründigem Humor. Er sei kein Wirklichkeitsverweigerer gewesen, sondern ein Seelsorger, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Welt stand.

"Er war ein erfolgreicher Brückenbauer", so der Bischöfliche Administrator, "weil er um das Fundament wusste und keine extravaganten Experimente einging. Im besten Sinne des Wortes war er normal geblieben. Das machte ihn sympathisch und für die Menschen zugänglich, da er keinen überforderte, sondern stets versuchte, den Menschen in ihrer ganz konkreten Lebenssituation gerecht zu werden."

Mit Stolz habe der Verstorbene den Namen des Pfarrpatrons und seines Vaters Martin getragen. Der heilige Martin sei immer mehr zum Programm seines Lebens geworden: "Er teilte nicht nur das, was er hatte, mit den Menschen, sondern sein ganzes Leben. Er war einer wie du und ich, der sich des Lebens erfreute, der Freundschaften pflegte, der die Welt auf Reisen neugierig erkundete, der gutes Essen nicht verschmähte, der gern Musik hörte, der die Daten der neuesten Autos kannte – und bei all dem immer Pfarrer blieb."

Dr. Metzl erinnerte daran, dass Pfarrer Schreiner im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Priesterjubiläum groß gefeiert hat. Getreu seinem Primizspruch "Gott wohnt da, wo man ihn einlässt", habe er Schranken abgebaut, um Gott Einlass in die Herzen der Menschen zu verschaffen.

Der Statthalter des Passauer Bischofs bezeichnete den Verstorbenen als großen Kämpfer. "Geht ned, gibt’s ned!", sei sein Lebensmotto gewesen. Trotz seiner Kämpfernatur habe er aber den Kampf gegen seine Krankheit verloren. "Er hinterlässt in der Familie, bei seinen Freunden, im Pfarrverband Ering am Inn und in unserer Priesterschaft eine große Lücke. Trost kann uns in dieser Stunde des Abschieds nur der Glaube sein."

Das Requiem wurde zum bewegenden Abschiedsgottesdienst auch durch die feinfühlig vorgetragenen Lieder des Kirchenchors der Pfarrei Reischach unter der Leitung von Veronika Wimmer. Titel wie "Herr erbarme dich unser", "Meine Seele ist stille in dir", "Der Herr ist mein Hirt" oder "Von guten Mächten wunderbar geborgen" vermittelten Frieden, Trost und Zuversicht.

Im Anschluss an das Requiem begab sich die Geistlichkeit zur Aussegnungshalle auf dem Friedhof, wo vor dem Sarg des Verstorbenen die Begräbnisfeier abgehalten wurde. Dann begleitete eine lange Prozession, angeführt von 15 Fahnenträgern, dem Klerus und den Angehörigen, den Sarg zum Grab an der Kirchenmauer. Dort fand die eigentliche Beisetzungszeremonie statt. Auf Wunsch des Verstorbenen gab es in der Kirche und am Grab keine Nachrufe.

Der Kirchenpfleger des Ortes Münchham (Pfarrverband Ering), Gunter Weber sagte: "Der plötzliche Tod unseres Pfarrers hat bei mir, aber auch unter den Gemeindemitgliedern, tiefe Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Ich stand ihm sehr nahe, ich habe einen Freund verloren." Weber beschrieb den Verstorbenen als eine Persönlichkeit, die es verstand, mit ihrer einfachen, natürlichen Art eine Atmosphäre der Zusammengehörigkeit und Nähe zu vermitteln. "Sein offenes Wesen hat uns sehr gut getan. Und er war ein großartiger Seelsorger, der theologisch eine unkomplizierte Sprache pflegte. Anhand klarer Beispiele konnte er die biblischen Inhalte allen verständlich machen. Seine Predigten waren relativ knapp gehalten und nie langweilig.  − red

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