„Einen Ort der Gnade geschaffen“

Bischof weiht die Hofkapelle der Familie Schächner in Reiter

 

„Ein würdiger Ort für die Gottesmutter“: Bürgermeister Franz Watzinger (von links) mit Hermann Schächner jun., Rosalie und Hermann Schächner, Bischof Wilhelm Schraml sowie Christian und Martin Schächner. (Foto: Buchberger)




Erlbach. Im Weiler Reiter hat Bischof Wilhelm Schraml am Sonntag im Beisein von 250 Festgästen die Weihe der Hofkapelle von Familie Schächner vorgenommen. Das kleine Gotteshaus gibt es seit rund 50 Jahren, jetzt war es erweitert und mit einem neuen Altar und einer neuen Marienstatue ausgestattet worden.
Traurige Berühmtheit erlangte die Kapelle in der Nacht zum 31. August 2008, als ein mit drei jungen Männern aus der Nachbarschaft besetztes Motorrad nach einer Kollision mit einem Reh in die Kapelle raste. Zwei der jungen Männer starben, einer erlitt schwerste Verletzungen (der Anzeiger berichtete).
Ortspfarrer Ludwig Samereier dankte der Familie Schächner für ihre Anstrengungen um die Kapelle über Jahrzehnte. Junge Passauer Seminaristen sangen den Psalm 122 aus dem Alten Testament („Lied Davids“) vor.
Durch den Einsatz von Familie Schächner habe hier die Gottesmutter einen würdigen Ort gefunden, sagte auch Bischof Schraml. „Vielen Dank, dass Sie diesen Ort der Gnade geschaffen haben.“ Dies sei ein Ort, wo Menschen in Ruhe Gott begegnen dürfen. „Kommen Sie gern hierher“, forderte der Geistliche die Feiernden auf.
Nach der feierlichen Kapellenweihe erfolgten Fürbitten der Familie Schächner, denen der Segen des Oberhirten folgte. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Segne Du Maria“ schloss die Weihe. Es ist eines der Lieblingslieder von Papst Benedikt XVI, wie Bischof Schraml betonte.
Hausherr Hermann Schächner freute sich: „Der Herrgott hat mitgemacht, mit schönem Wetter. Danke, dass so viele gekommen sind.“ Erlbachs Bürgermeister Franz Watzinger überreichte einen Stock mit gelben Blumen, in der Hoffnung, dass dieser lange in der Kapelle blühen möge.
Dann ergriff noch einmal der Oberhirte das Wort: Pfarrer Ludwig Samereier habe ihn bei der Glockenweihe in Berg als „Gast“ begrüßt. Das müsse er korrigieren, „rügte“ er den Seelsorger schmunzelnd, denn: „Der Bischof ist überall in seiner Diözese Hausherr!“
Launig holte der Bischof die drei Söhne der Schächners zu sich heran. „Aus ihren Buben ist was geworden. Das Beten hat geholfen“, wandte sich der Bischof an die Eltern. An den Sohn Hermann, der in Passau Theologie studiert und eine Priesterkarriere anstrebt, gerichtet: „So Gott will, werde ich ihm in zwei Jahren die Hände auflegen und zum Priester weihen!“
Mit dem gemeinsamen Lied „Großer Gott wir loben dich“ fand der kirchliche Festakt, der vom Arbinger Kirchenchor umrahmt worden war, seinen Abschluss. Die Familie Schächner lud danach zu Kaffee und Kuchen ein.  - mbu

(ANA vom 16.6.09)