63 Jahre an der Kirchenorgel

Die Mitglieder des Erlbacher Kirchenchor trafen sich im Gasthaus Prostmeier, um ihren langjährigen Organisten und Chorleiter Josef Spateneder zu verabschieden. 63 Jahre lang war er für die Kirchenmusik in Erlbach verantwortlich.

 

Schon in jungen Jahren liebte Josef Spateneder Musik und Gesang und trat deswegen dem Kirchenchor bei. Mangels geeigneter Räume wurden die Chorproben in seinem Elternhaus abgehalten. Der Gymnasiallehrer Franz Rothenaicher, ein begnadeter Musiker aus Birnbach bei Erlbach beheimatet, begeisterte ihn zum Orgelspielen. Als dieser 1948 verstarb, trat Josef Spatendeder dessen Erbe an. Er vertiefte sein Können bei einer Lehrerin in Altötting, zu der er wöchentlich mit dem Fahrrad hingefahren ist. 1949 besuchte er drei Monate lang die Orgelschule in Bad Reichenhall, wo er mit Bestnoten die C–Prüfung absolviert hatte.

 

Seit 1950 hat Josef Spateneder den Chor aufgebaut und geleitet und zahlreiche deutsche und lateinische Messen einstudiert, mit denen viele Festlichkeiten einen würdigen Rahmen bekommen hatten. Mit dem Erlbacher Männerchor hat er einen großen Bekanntheitsgrad im weiten Umkreis erreicht. Zahlreiche Hochzeiten, Feiern und Messen wurden von den kräftigen Männerstimmen würdig gestaltet. Sein musikalisches Wirken stand unter der Amtszeit von fünf Pfarrern und wurde mit der Verleihung der Stephanusplakette, der höchsten Auszeichnung für Laien im Bistum Passau, gewürdigt.

 

Bei der Abschiedsfeier dankten Pfarrer Ludwig Samereier, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bernadette Pfeffer und Kirchenpfleger Konrad Hochhäusl für das große Engagement von Josef Spateneder. Sie überreichten eine Ehrenurkunde des Bischofs und Geschenke. Trotz seiner früheren beruflichen Tätigkeit als Milchfahrer und Molkereiarbeiter schaffte er es, bei jedem Sonntagsgottesdienst die Orgel zu spielen. Er hatte dann für den Milchtransport Aushilfsfahrer oder seine Frau Berta engagiert, bzw. mit Kollegen den Schichtdienst getauscht. Als er in den Ruhestand trat, konnte er sich noch mehr der Musik widmen und hat manche Stücke umgeschrieben und verfeinert. Die Pfarreifunktionäre dankten auch seiner Frau, die ihm immer den Rücken freigehalten und tatkräftig unterstützt hatte.

 

Seit einer Erkrankung ist es Herrn Spateneder immer schwerer gefallen, die Orgel zu spielen und so hat er sich schweren Herzens zum Rücktritt entschlossen. Sein Erbe treten nun Johann Unterstrasser als Organist und Werner Pfeffer als Chorleiter an. Die Abschiedsfeier hat der Chor mit zahlreichen Liedern umrahmt, außerdem hat Hans Kleinillenberger Anekdoten von Chorausflügen und „verpatzten Liedereinsätzen“ erzählt. Beim vorhergehenden Gottesdienst in der Pfarrkirche hatte der Männerchor zu Ehren von Josef Spateneder noch die „Waldermesse“ gesungen.

 

hok



Pater Kishore, Kirchenpfleger Konrad Hochhäusl (von links),Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bernadette Pfeffer und Pfarrer Ludwig Samereier (rechts) bedankten sich bei Josef und Berta Spateneder (Mitte) für deren Engagement und Unterstützung bei der Kirchenmusik.