Am Grab von Pfarrer Johann Forster

Reischacher Ruhestandsgeistlicher starb mit 82 Jahren − "Sein Leben weist viele Parallelen zum heiligen Konrad auf"

 

Johann Forster†

Reischach. Es war ein trauriger Faschingsdienstag für die Pfarrei Reischach: Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde gestern Bischöflich-Geistlicher Rat Johann Forster zu Grabe getragen. Er war am Freitag mit 82 Jahren unerwartet verstorben. Dekan Günther Mandl, der Altöttinger Stiftsprobst, zeichnete beim Requiem in der Pfarrkirche St. Martin die wichtigsten Lebensstationen nach:

Forster wurde im November 1930 in Reischach-Petzlberg geboren. Dort wuchs er mit einer um zwei Jahre jüngeren Schwester, Therese, auf. Forster besuchte die Schule in Reischach und verfolgte zunächst eine "weltliche" Karriere, ehe er den Ruf Gottes vernahm. Durch den Besuch des Spätberufenenseminars holte er sich das Rüstzeug für die Laufbahn eines Geistlichen. Am 29. Juni 1961 wurde er in Passau durch den damaligen Bischof Simon Konrad Landersdorfer zum Priester geweiht und feierte seine Primiz am 1. Juli desselben Jahres im Heimatort Reischach.

In den folgenden Jahren kam er an viele verschiedenen Orten der Diözese Passau zum Einsatz. So war er zunächst als Kooperator in Burgkirchen/Alz tätig, ab 1. Mai 1963 dann in derselben Funktion in Untergriesbach (Landkreis Passau). Seine erste Pfarrerstelle trat er zum 16. Dezember 1967 in Langfurth an, ab 1. Juni 1970 war er zusätzlich Pfarrverwalter in Schöfberg. Schuldekan in Grafenau wurde er Mitte Mai 1976, Pfarrer in Wurmannsquick und gleichzeitig Pfarrverwalter von Hirschhorn dann zum 1. September 1982. Forster wirkte als Dekan für das Dekanat Simbach vom 1. November 1990 bis zum 31. Dezember 1995 und war als Schuldekan für Simbach vom 1. September 1996 bis 15. Dezember 2000 im Einsatz. Ab dem 1. September 1996 war er nebenamtlicher Pfarradministrator in Rogglfing, zum 1. September 2002 war er im Geburtsort Reischach als Pfarrer im Ruhestand daheim.

Das Rosenkranzgebet war ihm sehr wichtig Der Ortsgeistliche Pfarrer Ludwig Samereier, der den Gottesdienst konzelebrierte, sagte, dass Pfarrer Johann Forsters Lebenslauf viele Parallelen zu jenem des heiligen Bruder Konrad aufweise: So sei es beim Bruder-Konrad-Triduum gewesen, als er den Entschluss fasste, Priester zu werden. Er habe immer wieder erzählt, dass er mit der Reischach unvergessenen Schwester Makrina auf der Empore der Basilika saß und die Liturgie mitfeierte.

Ähnlich wie der Bruder Konrad habe er das Rosenkranzgebet gepflegt und in allen Stationen seines priesterlichen Wirkens eingeführt, gepflegt und den Gläubigen empfohlen. Als er zuletzt gefragt wurde, für wen oder was er den Rosenkranz bete, antwortete er: dass aus Reischach wieder ein Priester hervorgehen möge.

Aus Bruder Konrads letzten Tagen ist die Anekdote überliefert, dass er mehrfach zu seinem Guardian sagte: Jetzt geht’s nicht mehr! Auch Pfarrer Forster wiederholte dieses Wort in den letzten Tagen seines Lebens immer wieder und bat Gott, dass er sterben könne, so Samereier.

Pfarrer Forster habe gleich dem heiligen Bruder Konrad eine große Treue an den Tag gelegt. "In seinem Wirken, in seinem persönlichen Gebet, in seiner Begegnung mit den verschiedensten Gruppierungen spürte man immer seine Liebenswürdigkeit, seine Offenheit und sein gütiges Wesen", so Samereier weiter. Er fügte hinzu, dass auch immer ein Schuss Humor zu Forsters Wesen gehört habe. Gerne hat er seine Kreuzworträtsel gelöst, eine große Freude waren ihm seine Hauskatzen.

Einen großen Dank sprach er der Haushälterin Margarete Hansbauer aus, die fast 50 Jahre Forsters Haushalt führte. In den verschiedensten Orten seines Wirkens habe sie ihm immer zur Seite gestanden.

"Der Pfarrverband verliert in Pfarrer Hans Forster einen lieben Menschen und einen treuen Priester. Möge ihm Gott vergelten, was er in seinem priesterlichen Wirken an Gutem gewirkt und ermöglicht hat", so Samereier. − red/afb

 

(ANA vom 13.02.2013)