"Bus"- und Bettag

"Mobile Landjugendkirche" in Reischach − Jugendgerechter Gottesdienst

 

"Dahoam": Diese jungen Reischacher verkünden hier in der Pfarrkirche auf jugendgemäße Weise ihre Situation und den Glauben der Kirche im ländlichen Raum.  − Foto: Buchberger

Reischach. Die Verbundenheit zu ihrem ländlichen Lebensraum, genauer gesagt zu ihrem Heimatort Reischach, haben rund 30 junge Leute bei einem jugendgerechten Gottesdienst am Montagabend in der Pfarrkirche den Besuchern zum Ausdruck gebracht.

Es war sozusagen ein "Bus"- und Bettag für die Holzlandgemeinde, denn Anlass war dabei der Besuch der "Mobilen Landjugendkirche" des Bistums Passau. Sie hatte auf ihrer zweiten Station nach Johanniskirchen im Rahmen des "Jahres des Glaubens" mit ihrem Opel-Kleinbus mit Lichtanlage und Infomaterial Halt bei der Katholischen Landjugend in Reischach gemacht. Das Besondere daran: Die Jugendlichen konnten die Inhalte und Methoden für den Gottesdienst selber festlegen und erarbeiten. Sie konnten also einbringen, was ihnen wichtig und wesentlich erscheint.

Hilfestellung erfuhr die Truppe dabei durch den Passauer Diözesanlandjugendseelsorger Mario Unterhuber, er moderierte in der vorausgegangenen Gruppenstunde die Ausarbeitung des Themengottesdienstes. Die junge Truppe hat sich in einer Auswahlpalette mit Themen zu aktuellen Lebensfragen, etwa zur Umwelt oder Neuen Medien für das "Dahoam" als Inhalt für die liturgische Feier entschieden. Die Buchstabenabfolge dieses mundartlichen Ausdruckes für "Heimat" charakterisierten sie im Verlauf der Liturgie auf ihren Heimatort bezogen auf Dach über den Kopf, unter die Arme greifen (Jung hilft Alt), Reischach ist Heimat, Heimat ist einzigartig, Oster-nacht (Gemeinschaft in der Kirche), Anpacken (Schwung ins Dorf bringen, Vereine am Leben halten) und letztlich auch mit dem Maibaumaufstellen (Erhalt des Brauchtums).

In mehreren Fürbitten drückten die jungen Leute aus, was ihnen in der Heimat wichtig erscheint. So etwa ein intaktes familiäres Umfeld, ein guter Zusammenhalt in den Jugendgemeinschaften oder auch der Erhalt von Brauchtum und Tradition. Dankbar sei man auch für gemeinschaftliche Einrichtungen im Ort wie Freiwillige Feuerwehr, Rotes Kreuz oder die "Helfer vor Ort". In mehreren eingestreuten Liedern, instrumental unterstützt durch Reinhold Sterflinger vom Katholischen Jugendbüro Altötting, drückten sie ihre "Lust am Leben" auf dem Lande aus.

Nur einmal noch wird der Landjugendkirchenbus im Landkreis Station machen – im April bei der Katholischen Landjugend in Halsbach. − mbu

 

(ANA vom 24.1.2013)