Gottes Segen für Ross und Reiter

34. Leonhardiumritt in Steinhausen − Mehrere hundert Besucher verfolgten die Brauchtum-Veranstaltung


Mit seinem herrlichen Vierspänner holt sich Fred Kaiser nicht nur den Kutschenpreis, sondern auch Gottes Segen durch Pfarrer Ludwig Samereier ab.

Erlbach. Der 34. Leonhardiumritt nach seiner Wiedereinführung lockte am Samstagnachmittag wieder mehrere hundert Besucher an den Schauplatz kirchlichen bayerischen Brauchtums bei der alten Steinhauser St. Leonhardskirche. Für 85 Pferde − acht mehr als im Vorjahr − und ihre Besitzer erbat Bischöflich Geistlicher Rat Ludwig Samereier einzeln auf die Fürsprache des Heiligen Leonhard Gottes Segen.

Festlich herausgeputzt ernteten die vorbeiziehenden Rösser und sieben Kutschengespanne in der stimmungsvollen Kulisse des nahen Herbstwaldes die bewundernden Blicke der Zuschauer. Extra aus Reischachs ungarischer Partnergemeinde Magyarboly 880 Kilometer angereist wohnte auch deren Bürgermeister Attila Blazsovics mit einer kleinen Delegation dem religiösen Brauchtumsfest bei.

Die Jury mit den Mitgliedern Franz Maier, Bernhard und Manfred Rothenaicher hatte es nicht leicht, bei der Vielzahl an prächtigen Tieren die ausgelobten Preise zu vergeben. Schließlich ging der Schönheitspreis an die Pleiskirchner Familie Bischof, sie war mit zwei Reitern und einer Kutsche dabei. Den Mehrheitspreis heimsten, wie im Vorjahr, wieder die Gerataler Pferdefreunde aus Mitterskirchen mit zehn teilnehmenden Pferden ein. Der Kutschenpreis wurde für besonders schön geschmückte Exemplare gleich zweimal vergeben: an Fred Kaiser aus Harpeting für seinen Vierspänner und an Franz Obereisenbuchner aus Näglstall, der mit einem 250 Jahre alten Jagdwagen des ehemaligen Klosters Raitenhaslach den Umzug bereicherte. Zahlreich vertreten waren auch die Kleinsten und die Jugend: Den Jugendschönheitspreis erntete Marina Bauer aus Reischach, während der jüngste Reiter, der vierjährige Reischacher Elias Reiser, den Kinderpreis entgegen nahm. Die Preise − Reiterfahnen und Holztafeln − waren von den Kirchenpflegern Ludwig Demmelhuber sowie Martin Peterbauer gestiftet worden − und: traditionell auch von den Rathauschefs von Reischach und Erlbach, Herbert Vilsmaier und Franz Watzinger. Die Kinder- und Jugendpreise kamen von einem Reitsport-Geschäft. Ein großes Erinnerungsbild aus der Feder von Ortsheimatpfleger Alois Stockner durften allerdings alle Teilnehmer mit nach Hause nehmen −und auch die traditionell gespendete Gedenkrosette der Familie Dr. Basting, den direkten Nachbarn der alten Leonhardikirche. Für die Rosette wählten die Spender diesmal die Farben Blau und Weiß.

Haflinger-Stute Fini stammt von Stargate M ab, dem schönsten Pferd Deutschlands.

Die bewährte musikalische Umrahmung lag bei der Blaskapelle Reischach, sie führte auch nach dem vorher gefeierten Gottesdienst die Geistlichkeit zum "Festgelände". Viele Besucher ließen sich dort im BRK-Zelt der Landjugend Schmalzgebackenes und Brotzeiten schmecken. − mbu

 

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(ANA vom 12.10.2012)